Im Gespräch mit T-Mobile-Chef René Obermann
„Wir sind in den USA kein Billigheimer“

Gemeinsam mit Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke hat René Obermann die Vertriebsfäden bei der Deutschen Telekom in der Hand. Mit dem Handelsblattblatt spricht der Chef der Mobilfunksparte über den Ausbau es US-Geschäfts und die Preise in Deutschland.

Herr Obermann, Sie haben umgerechnet 3,3 Mrd. Euro für Mobilfunklizenzen in den USA ausgegeben – mehr als jeder andere Anbieter. Ist es das wirklich wert?

Wir haben die meisten Lizenzen ersteigert und unsere Frequenzkapazitäten in den Top-100- Märkten verdoppelt. Das ist für die weitere Entwicklung von entscheidender Bedeutung. Relativ betrachtet ist die Auktion günstig ausgegangen: Wir haben fast 40 Prozent weniger gezahlt als bei vergleichbaren Auktionen in den USA in der Vergangenheit.

Was haben Sie jetzt mit den zusätzlichen Lizenzen vor?

Wir wollen ab Mitte kommenden Jahres mit mobilen Breitbanddiensten starten und unser Netz schrittweise weiter ausbauen. Außerdem nutzen wir das neue Netz, um in Ballungsgebieten wie New York mehr Gespräche abwickeln zu können und bislang unversorgte Gebiete zu erschließen.

Wie teuer wird der Netzausbau?

Wir wollen in den kommenden drei Jahren circa zwei Mrd. Euro zusätzlich für den Aufbau eines neuen mobilen Breitbandnetzes investieren. Die Gesamtinvestitionen in den USA belaufen sich für diesen Zeitraum auf circa sieben Mrd. Euro. Der Rest geht in den Ausbau des bestehenden Netzes und andere Investitionen wie den Ausbau unserer Shops und die Entwicklung neuer Serviceplattformen.

Analysten hatten ursprünglich höhere Investitionen als zwei Mrd. Euro für das neue Netz erwartet.

Wir profitieren vom Timing unseres Ausbaus: Die Preise für die Infrastruktur sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, gleichzeitig ist die Technik besser geworden.

Ziemlich hohe Ausgaben für den kleinsten US-Mobilfunkanbieter, der sie ja bis heute sind.

Moment: Man darf den US-Markt nicht isoliert betrachten. Weltweit ist T-Mobile mit 101 Millionen Kunden einer der größten Anbieter. Gerade in den USA profitieren wir erheblich von den globalen Skaleneffekten. Das macht sich zum Beispiel in Einkaufsvorteilen bei der Infrastruktur und bei den Endgeräten bemerkbar. Auch deshalb fällt der Aufbau des neuen Netzes deutlich günstiger aus, als mancher Experte erwartet hat. Wir erzielen weltweit Synergien von fast 1,5 Mrd. Euro im Jahr. Rund ein Drittel davon kommt den USA zu Gute.

In den USA haben sie die niedrigsten Tarife. Wie gefällt Ihnen die Rolle des Billigheimers?

Da möchte ich entschieden wieder-sprechen, wir sind kein Billigheimer! Wir bieten ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Wir sind in den USA in Sachen Kundenservice führend und haben gerade zum vierten Mal in Folge bei der größten unabhängigen Befragung den Preis für die höchste Kundenzufriedenheit gewonnen.

Seite 1:

„Wir sind in den USA kein Billigheimer“

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%