Im Gespräch: "Wir haben beim Thema Mittelstand einen langen Atem“

Im Gespräch
"Wir haben beim Thema Mittelstand einen langen Atem“

Im Gespräch: SAP-Chef Henning Kagermann über Eliteuniversitäten, neue Jobs und künftige Konkurrenten

Herr Kagermann, Sie hatten bereits 2003 Investitionen angekündigt, falls sich die Wirtschaftslage bessert. Der SAP-Ausblick für 2004 ist optimistisch. Werden Sie nun investieren?

Kagermann: Ja, wir werden dieses Jahr verstärkt investieren. Wachstum im Produktgeschäft steht 2004 klar über dem Ziel höherer Profitabilität.

Bedeutet das auch neue Jobs?

Kagermann: Wir haben bereits im letzten Quartal 2003 unsere restriktive Einstellungspolitik gelockert und in diesem Zeitraum rund 800 neue Mitarbeiter eingestellt.

Planen Sie weitere Neueinstellungen im laufenden Jahr?

Kagermann: Wir wollen 2004 die Zahl der Mitarbeiter um etwa fünf Prozent erhöhen. Das sind rund 1 500 neue Stellen. Allerdings werden wir die Einstellungen koordinierter als bisher vornehmen. Vor allem wird es darauf ankommen, den richtigen Mix zwischen unseren Aktivitäten in Deutschland, den USA sowie in Indien und China hinzubekommen.

Neue Arbeitsplätze werden also in Billiglohnländern wie Indien entstehen?

Kagermann: Nicht ausschließlich. Wir planen ebenso eine Aufstockung der Vertriebsmannschaften in den USA und in Asien. Es werden aber auch neue Arbeitsplätze in Deutschland entstehen. Das wird vor allem in Forschung und Entwicklung der Fall sein. In diesem Bereich wird jeder dritte neue Arbeitsplatz in Deutschland angesiedelt werden. Doch in der Summe sind das weniger als ein Drittel der gesamten neuen Stellen.

Das ist nicht viel.

Kagermann: Wir sind in der komfortablen Lage, die notwendige Aufstockung in Billiglohnländern über Personalwachstum und nicht über einen Abbau an anderen Standorten, zum Beispiel in Deutschland, vornehmen zu können. Anfang 2003 hatte ich große Sorgen, dass wir durch den Wettbewerb gezwungen würden, verstärkt in Billiglohnländer zu gehen. Das hätte Arbeitsplatzabbau in Deutschland bedeutet. Davon gehe ich derzeit nicht mehr aus. Wir haben auch Glück gehabt.

Welche Rolle kann der Standort Deutschland in einer globalen Softwareindustrie spielen?

Kagermann: Deutschland spielt vor allem durch die SAP eine Rolle. Wir sind im Bereich Unternehmenssoftware unumstritten Weltmarktführer. Und dabei sitzen siebzig Prozent unserer Entwickler hier. Also haben wir doch gezeigt, dass aus Deutschland heraus Weltmarktführerschaft in der Softwarebranche machbar ist.

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