Im Silicon Valley schimpfen die kleineren Technologieunternehmen auf den Suchmaschinen-Betreiber
Google löst Microsoft als Feindbild ab

Je mehr Google wächst, desto mehr Kritik muss die Internet-Suchmaschine einstecken. Besonders die benachbarten Unternehmen monieren das Gebaren des Aufsteigers und Börsenlieblings. In Deutschland hingegen gibt sich Google handzahm.

der DÜSSELDORF. Die US-Zeitung „New York Times“ gewährte jüngst einen intimen Einblick in die Gefühlswelt von Silicon Valley, dem Herzen der IT-Industrie. Und dort ist die Stimmung demnach nicht die beste. Google mischt das Tal mächtig auf. Die Milliarden, die die Internet-Suchmaschine bei ihrem Börsengang vor einem Jahr eingenommen hat, und der nicht enden wollende Erfolg scheinen den Männern und Frauen hinter Google zu Kopf gestiegen zu sein. Arrogant seien sie geworden, heißt es von den Nachbarn.

Die beiden Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin haben nach der Liste der reichsten Menschen der Welt, die das US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ herausgibt, jeweils ein Vermögen von 7,2 Milliarden Dollar angehäuft. Auch viele der 4200 Google-Mitarbeiter sind inzwischen Millionäre geworden. Denn die Aktien haben ihren Wert seit der Platzierung verdreifacht.

Die harte kapitalistische Börsenwelt habe Google verändert, klagen die weniger glücklichen Konkurrenten und ziehen sogar schon Vergleiche mit dem ewigen Hassobjekt Microsoft. Ein Besucher des Google-Campus moniert: „Dort gibt es das gleiche Gefühl wie bei Microsoft, dass sie alles schaffen und alle neuen Geschäftsfelder auch gleich dominieren können.“ Aus dem rebellischen Start-Up von 1998 seien die „Borg“ geworden. Der Spitzname stammt aus der Fernsehserie „Star Trek – die nächste Generation“. Dort trägt eine außerirdische Spezies den Namen, die danach trachtet, sich alles intelligente Leben im Weltall einzuverleiben. Die Anspielung kommt nicht von ungefähr. Die einst reine Internet-Suchmaschine mischt mittlerweile in zig Bereichen mit: Egal ob es der E-Mail-Dienst Gmail, die Produktsuche Froogle oder ganz neu der Instant-Messaging-Dienst Google Talk ist, mit dem man aneinander schreiben und miteinander telefonieren kann.

Aufsteiger Google bedroht mit seiner Expansion direkt und indirekt die Existenz vieler kleiner Technologieunternehmen im Sillicon Valley. So heuert Google am laufenden Band Entwickler an, um seine zahlreichen Projekte voranzutreiben – und zahlt dabei Spitzengehälter, die bis zu 50 Prozent über dem vormals üblichen Niveau liegen. Bis zu 150 000 Dollar im Jahr kann ein Programmierer mittlerweile verdienen. Soviel können die Neulinge der Branche nicht bieten – zumal ihnen die Risikokapitalgeber immer öfter den Geldhahn zudrehen. Auch daran trägt Google Mitschuld. Denn in Vorgesprächen kommt unweigerlich die Frage des Geldgebers: „Wenn die Geschäftsidee so gewinnversprechend ist, warum macht Google nicht sowas?“

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