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22.05.2007 

Wie beim Internetzugang ist die Geschwindigkeit der Datenübertragung auch beim Mobilfunk zu einem entscheidenden Wettbewerbsparameter geworden. Zugleich verschwimmen die Grenzen zwischen dem klassischen Telefon, dem Fernsehen und dem Internet. Die herkömmliche Festnetzleitung verliert immer mehr an Bedeutung. Viele Kunden verfügen nur noch über ihre Mobilfunknummer. Die Unternehmen haben sich darauf eingestellt und bieten unter dem Namen „triple play“ alles aus einer Hand an. Kabelgesellschaften wie Time Warner offerieren schnelle Internetzugänge und Sprachdienste (VoIP), Telefongesellschaften wie AT&T und Verizon steigen ins TV-Geschäft ein.

Die Investitionen dafür gehen in die Milliarden – ein Kraftakt, der auch auf die neuen Eigentümer von Alltel zukommt. „Die Finanzinvestoren haben klar gemacht, dass sie groß in das Mobilfunkgeschäft investieren wollen“, sagt Alltel-Chef Scott Ford.

Fachleute gehen davon aus, dass der hohe Investitionsbedarf zu einer weiteren Konsolidierung auf dem US-Markt führen wird. Als potenzieller Übernahmekandidat gilt neben anderen Sprint-Nextel. Das Unternehmen steckt nach der Fusion vor zwei Jahren in einer Krise. Mit einem Marktwert von mehr als 60 Mrd. Dollar dürfte es jedoch außerhalb der Reichweite der meisten Konkurrenten liegen. Marktführer AT&T ist zudem noch mit der Integration von Bell-South beschäftigt und würde mit seinen 60 Millionen Mobilfunkkunden bei einer weiteren Übernahme die Kartellwächter auf den Plan rufen.

AT&T ist zu groß, Verizon und Sprint-Nextel sind mit sich selbst beschäftigt, Alltel ist verkauft – es bleibt T-Mobile, die US-Tochter der Deutschen Telekom und Nummer vier auf dem amerikanischen Markt. Obwohl T-Mobile in den USA ehrgeizige Wachstumsziele verfolgt, ist das Bonner Mutterhaus bislang vor einer teuren Übernahme zurückgeschreckt. Die Konzernzentrale setzt stattdessen auf organisches Wachstum. Im ersten Quartal gewann T-Mobile 980 000 Kunden aus eigenen Kräften hinzu. Telekom-Chef René Obermann sieht die US-Tochter als integralen Bestandteil des Konzerns und lehnt Aktionärsforderungen nach einem Verkauf kategorisch ab. Aus gutem Grund: Ist T-Mobile doch im Moment der wichtigste Ertragsmotor der Deutschen Telekom.

Damit ist jedoch die strategische Frage nach der Zukunft auf dem wichtigen US-Markt noch nicht beantwortet. Obermann verkündete deshalb auch vor kurzem eine interessante Kurskorrektur: „Wir suchen gezielt nach Wachstumschancen im Ausland, besonders im Mobilfunk.“

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Amerika-Tochter rettet Deutsche Telekom.

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