Amerika-Tochter rettet Deutsche Telekom
Teurer Kauf: Die Deutsche Telekom ist seit 2001 in den USA vertreten. Der damalige Chef Ron Sommer kaufte für umgerechnet 50 Mrd. Euro inklusive Schulden den US-Mobilfunker Voicestream. Die Telekom ist damit der einzige europäische Netzbetreiber, der eine eigene Mobilfunktochter im schnell wachsenden amerikanischen Markt besitzt.
Zugpferd: T-Mobile USA ist die einzige Wachstumsphantasie des gesamten Konzerns. Stockt das Kundenwachstum jenseits des Atlantiks, gerät der gesamte Konzern ins Wanken. 2005 profitierte die US-Tochter vor allem vom Verkauf ihrer Anteile an einer gemeinsamen Netzgesellschaft mit Cingular.
Kein Verkauf geplant: Telekom-Chef René Obermann beteuert ebenso wie sein Vorgänger Kai-Uwe Ricke, dass er T-Mobile USA nicht verkaufen möchte. Erst Ende vergangenen Jahres hat die Telekom gut drei Mrd. Euro für neue Mobilfunklizenzen in den USA ausgegeben – mehr als jeder andere Wettbewerber vor Ort. Bis Ende 2008 will Obermann weitere zwei Mrd. Euro in die Hand nehmen, um sein US-Netz auszubauen und auch datenintensive Internetanwendungen auf dem Handy zu ermöglichen.
Starker US-Markt: Der amerikanische Mobilfunkmarkt bietet wegen der geringeren Verbreitung von Handys bessere Wachstumschancen als Europa. Die US-Bürger nutzen zudem Handys eifriger: Die amerikanischen Vertragskunden von T-Mobile telefonieren 17 Stunden im Monat mobil – und damit fast sechsmal so lange wie Europäer.

