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05.09.2007 

Doch es ist kein ungefährlicher Kurs, warnen Branchenkenner. „Das wird SAP in den ersten Monaten zwar treffen, aber irgendwann wird die Aufmerksamkeit nachlassen. Dann wird es für Oracle schwer werden“, sagt ein Manager eines IT-Beratungshauses.

Es wäre nicht die erste Schlacht, die der kampfjetfliegende Ellison mit SAP ausfechten muss. Immer wieder geraten die beiden Konzerne aneinander – obwohl sie auch aufeinander angewiesen sind, schließlich läuft der größte Teil der SAP–Software auf Oracle-Datenbanken. Doch auch dies ändert nichts an den gegenseitigen Attacken.

Das Säbelrasseln zwischen SAP und Oracle begann bereits in den 80er-Jahren – zunächst personifiziert in den beiden Unternehmensgründern Larry Ellison und Hasso Plattner. Nicht nur beim Kampf um Kunden, auch beim Hochseesegeln, dem Lieblingssport der beiden, haben sich die Kontrahenten harte Kämpfe geliefert. Legendär ist jene Geschichte, als Plattners Team in voller Fahrt der Mast brach. Als die Ellison-Crew – allerdings entgegen vielfachen Darstellungen ohne den Oracle-Boss selbst an Bord – lachend vorbeisegelte und keine Hilfe anbot, zeigten Plattner und seine Mannen aus Wut ihre entblößten Hinterteile.

Wohl in keiner anderen Branche üben sich Wettbewerber derart in Wortgefechten wie die Anbieter von Firmensoftware. Man stelle sich vor, der deutsche Chemieriese BASF würde, unmittelbar nachdem Bayer seine Quartalszahlen bekannt gibt, einen deftigen Kommentar dazu abgeben. Undenkbar. Bei SAP und Oracle hingegen längst Realität.

Als Larry Ellison vor ein paar Monaten die Quartalszahlen seines Unternehmens ankündigte und lautstark verkündete, man wachse deutlich schneller als SAP und gewinne kontinuierlich Marktanteile, schlugen die Walldorfer sofort zurück. Die Zahlen und Daten seien komplett verzerrt durch die zahlreichen Übernahmen von Oracle, die Darstellung entspreche nicht den Fakten, tönte es aus Baden.

Es sind nicht nur zwei Konzerne, die da aneinandergeraten, es sind auch zwei unterschiedliche Strategien, für die SAP und Oracle stehen. Die Deutschen setzen auf organisches Wachstum, die Amerikaner auf Zukäufe. Dabei hatte auch Ellison zunächst vor, mit eigenen Entwicklungen SAP als die Nummer eins unter den Softwarelieferanten für Unternehmen zu verdrängen. Doch als das floppte, legte der ehrgeizige und häufig unbequeme Software-Guru mit dem Hang zum Größenwahn radikal den Hebel um. 30 Übernahmen für 25 Milliarden Dollar stemmte Oracle in den zurückliegenden Jahren.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Noch ist der Abstand zwischen SAP und Oracle zu groß.

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