In der Regulierungszange
Die Telekom und ihre Last mit den Beamten

Die Deutsche Telekom hat in den vergangenen Jahren einen rasanten Wandel vollzogen - nur eines schleppt sie immer noch mit: Die Beamten aus alten Zeiten.

HB BONN. Fast 60 000 unkündbare Mitarbeiter in der Festnetzsparte T-Com sind für den Konzern eine schwere Hypothek. Denn nach Angaben des Vorstands fallen allein für die früheren Staatsbediensteten jährlich mehr als drei Mrd. Euro Personalkosten an. Viele von ihnen sind bei der eigenen Personalservice-Agentur Vivento "geparkt", andere sind zur Zeit ausgeliehen, etwa an die Bundesagentur für Arbeit. Zum Vergleich: Der größte Telekom-Wettbewerber Arcor beschäftigt gerade einmal 4000 Mitarbeiter.

Während andere Großkonzerne Tausende von Arbeitsplätzen streichen und so die Margen heraufschrauben, sind der Telekom die Hände gebunden. Inzwischen erzielt der "rosa Riese" in der Mobilfunksparte mit 25 Mrd. Euro (2004) mehr Umsatz als im deutschen Festnetz (23,9 Mrd. Euro), der einst sprudelnden Geldquelle des Konzerns.

Noch dramatischer wird die Lage, fällt der Blick auf die Produktivität: So erwirtschaftet ein Beschäftigter im Mobilfunk mehr als doppelt so viel Umsatz und Ertrag wie sein Kollege aus dem Festnetz. Dabei hat die T-Com-Belegschaft bereits kräftig bluten müssen. Seit 1995 wurden jährlich im Schnitt 10 000 Arbeitsplätze bei dem Bonner Koloss abgebaut, hauptsächlich im Festnetzbereich. Doch allmählich droht dem Unternehmen die Vergreisung, wenn zur weiteren Produktivitätssteigerung dort Stellen entfallen, wo sich Ideen und Talente am ehesten entfalten: bei den jüngeren Beschäftigten.

Rund 110 000 Menschen stehen derzeit bei der T-Com in Lohn und Brot. Und es müssten nach Ansicht des Telekom-Vorstands noch deutlich weniger sein. "Wir haben keine Luft zum Atmen mehr", beschreibt ein Telekom-Manager die prekäre Lage. Nicht nur im klassischen Telefongeschäft, von dem die Telekom ohnehin schon viel an die Konkurrenz abgegeben hat, sondern auch beim schnellen Internetzugang, dem DSL-Geschäft, gerät das Unternehmen unter Druck.

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