In eigener Sache
„Eine weitere Spur auf der Brücke über den Atlantik“

Mit der Global Edition überwindet das Handelsblatt die Sprachbarriere. Zum Start in Berlin gaben sich US-Botschafter John Emerson und Karl-Theodor zu Guttenberg die Ehre. Der Ex-Minister brachte mahnende Worte mit.
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BerlinEs war auf der Interstate 280, irgendwo zwischen San Francisco und dem Silicon Valley, als der Polizist den zu schnell fahrenden Wagen stoppte. „Sie fahren ja wie ein Deutscher“, tadelte der Uniformierte den Mann am Steuer. Der entgegnete verblüfft: „Ja, das bin ich auch“.

Der Fahrer war Karl-Theodor zu Guttenberg. „Der Polizist kannte Deutschland gut, war 20 Jahre dort stationiert“, erinnert sich der Ex-Verteidigungsminister und jetzige Chairman von Spitzberg Partners LLC, der seit seinem Rücktritt in den USA lebt. Das Ende der Begegnung: Die beiden plauderten eine halbe Stunde über Deutschland. „Ich verpasste meinen Termin, aber ich bekam keinen Strafzettel.“

Der Transatlantiker zu Guttenberg erzählte die Anekdote auf Englisch, mit einem Lächeln. „Solche Menschen sind das Rückgrat der deutsch-amerikanischen Beziehungen“, sagte er bei der Launch Party der Handelsblatt Global Edition, der englischsprachigen Ausgabe des Handelsblatts (Details finden Sie hier.)

Verstehen und gegenseitiges Verständnis, Sprachmauern einreißen und Brücken bauen – darum ging es am Donnerstagabend am Berliner Gendarmenmarkt. Rund 200 internationale Gäste aus Wirtschaft, Politik und Medien, darunter US-Botschafter John Emerson und Handelsblatt-Verleger Dieter von Holtzbrinck, feierten den Start von Deutschlands führender Wirtschaftstageszeitung hinaus in die Welt.

Denn das ist es, was die Global Edition will: Den Lesern außerhalb unseres Landes, auf der anderen Seite des Atlantiks, erklären, wie wir Deutschen ticken. Deutschland hat in den vergangenen Jahren enorm an Gewicht gewonnen, deshalb sei das Land für die USA „zu wichtig, um die politischen Entscheidungen nicht genau zu verfolgen“, wie zu Guttenberg sagte.

Dass beim Thema Verständnis höchster Bedarf besteht, machte er in einer nüchternen Bestandsaufnahme klar: „Europa und die USA driften auseinander“, sagte der Ex-Minister, und besonders groß sei die Entfremdung in Deutschland.

Zunehmend begegneten wir den Amerikanern mit Empörung und Misstrauen. Die Amerikaner wiederum hielten uns für langsam, nur reagierend, für unfähig, gemeinsame Wege zu gehen und für risikoscheu. „Aber“, und da konnte sich zu Guttenberg eine Spitze nicht verkneifen: „Wenn es um die nie enden wollende Euro-Krise geht oder wenn Russland die Stirn geboten werden muss – dann stimmt die Kritik zumindest in Teilen“.
Noch alarmierender aber sei: Die Amerikaner schienen sich immer weniger für die guten Beziehungen zu Deutschland zu interessieren.

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Für Verleger Dieter von Holtzbrinck „geht ein Traum in Erfüllung“

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  • "...Die Amerikaner schienen sich immer weniger für die guten Beziehungen zu Deutschland zu interessieren..."
    Das ist doch das entscheidende. Wann haben sich die Amis für Deutschland interessiert, von der NSA mal abgesehen? Wer sagt, das es etwas bringt, wenn wir uns erklären, wenn der andere nicht zuhören will? Der, der etwas wissen will hat auch eine Holpflicht. Aber wahrscheinlich sind die Amis zu verwöhnt, da wir es sind, die sich dauernd verbiegen und erklären um uns anzubiedern: „No, Germany is not in Africa.“
    Warum wird eigentlich immer von „der Welt“ gesprochen, wenn die Amerikaner gemeint sind?

  • "...We kriech the NSA-USA kräftig in the H...tern!..."

    :-) You made my day...

  • "...Transatlantiker zu Guttenberg ..."

    besser: ... der 'Atlantik Brücke'-Vertreter und USA-Lobbyist zu Guttenberg ...

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