In eigener Sache Handelsblatt und Gabor Steingart gehen getrennte Wege

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„Arbeiten gemeinsam an einem reibungslosen Übergang.“
Gabor Steingart

„Arbeiten gemeinsam an einem reibungslosen Übergang.“

Nach sieben Jahren äußerst erfolgreicher und freundschaftlicher Zusammenarbeit haben sich Handelsblatt-Verleger Dieter von Holtzbrinck und der Vorsitzende der Handelsblatt-Geschäftsführung, Gabor Steingart, der zugleich auch Herausgeber des Handelsblatts war, auf eine Beendigung ihrer beruflichen Partnerschaft verständigt.

Zwei Gründe sind hierfür entscheidend. 1. Differenzen in wesentlichen gesellschaftsrechtlichen Fragen. Hinzu kam 2. eine - nicht generell, aber im Einzelfall - unterschiedliche Beurteilung journalistischer Standards. Beide Seiten bedauern die Trennung, wollen aber den freundschaftlichen Kontakt aufrechterhalten und schließen eine andere Form der Zusammenarbeit in der Zukunft nicht aus.

Das Handelsblatt Morning Briefing wird wie gewohnt weiter erscheinen. Darüber hinaus wird Gabor Steingart in eigener Eigentümerschaft sein eigenes Morning Briefing an die mittlerweile rund 700.000 Abonnenten als unabhängige journalistische Stimme herausgeben.

„Den erfolgreichen Weg mit Kraft und Begeisterung weitergehen.“
Dieter von Holtzbrinck

„Den erfolgreichen Weg mit Kraft und Begeisterung weitergehen.“

Zur Trennung sagt Dieter von Holtzbrinck: „Das Multitalent Gabor Steingart hat in wenigen Jahren zunächst das Handelsblatt, danach die gesamte Handelsblatt Gruppe auf großartige Weise weiterentwickelt und erneuert, was höchsten Respekt und größten Dank verdient. Dabei hat sich der preisgekrönte und breit gebildete Publizist als äußerst kreativer und dynamischer Unternehmensstratege gezeigt, als mutiger und charismatischer Führer. So wurde aus der altehrwürdigen Verlagsgruppe Handelsblatt eine auf vielen Medienkanälen marktführende Handelsblatt Media Group. Diesen erfolgreichen Weg werden wir mit Kraft und Begeisterung weitergehen.“

Gabor Steingart: „Dieter von Holtzbrinck ist ein wunderbarer Mensch und erfahrener Verleger, dessen Geduld ich über so viele Jahre nicht nur strapaziert, sondern oft genug auch überstrapaziert habe. Dass unsere dennoch - oder deshalb? - so erfolgreiche Zusammenarbeit jetzt abrupt endet, lässt uns beide nicht unberührt. Unsere Freundschaft und meine Wertschätzung ihm gegenüber bestehen unvermindert fort. Im Interesse der Handelsblatt Media Group und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ihrer Kunden und nicht zuletzt ihrer Leserinnen und Leser arbeiten wir gemeinsam an einem reibungslosen Übergang.“

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37 Kommentare zu "In eigener Sache: Handelsblatt und Gabor Steingart gehen getrennte Wege"

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  • Ich bedaure das Ausscheiden Herrn Baumgarts sehr. Im Mainstream der gleichgeschalteten Medien war er eine erfrischende Ausnahme, die den journalistischen Auftrag, den Finger in die Wunde zu legen und Missstände zu benennen noch ernst nahm. Vor einem Monat habe ich ihm viel Glück vor der politischen Einflussnahme gewünscht, um seinem Stil treu bleiben zu können. Wie man sieht, hat es nicht geholfen. Es ist schon erschreckend, wie schnell in Deutschland die Informationsfreiheit den Bach runter geht. Stillstandverwaltung, Proporz, Wetterfähnchencharakter und Hinterzimmerdiplomatie sind die neuen Ideale der Zeit. Man ist nicht mehr gewillt das Wohlfühlallerlei zu verlassen oder gar die Beteuerungen der Sozialromantiker zu hinterfragen. Noch mag es gelingen, das Deckmäntelchen des Schweigens auszubreiten.

  • Gabor Steingart wär das Beste was man am Morgen lesen durfte. Und sein Buch Weltbeben.
    Ich habe das Briefing und Handelsblatt gleich gekündigt und freue mich, was Gabor uns Neues anbietet
    Denke aber auch, daß da noch was anderes aus der Politik hinter Holzbrink steht.
    Gabor Steingart würde ich mir als neuen Bundeskanzler wünschen.

  • Sehr traurig und m. E. ein sehr großer Fehler vom Handelsblatt Gabor Steingart von seinen Aufgaben zu entbinden. Gerade er war das Gesicht und die Seele vom Handelsblatt. Sein Morning Briefing war gerade aufgrund seiner spitzen Feder und der kritischen Auseinandersetzung mit aktuellen Themen lesenswert. Wenn an bestimmten Tagen jemand anderes das Morning Briefing schrieb war es leider langweilig und nichtssagend. Ohne Ihn braucht man das Morning Briefing nicht mehr und sowohl die Kollegen als auch ich haben in den letzten Tagen aufgehört, es zu lesen. Ich hoffe, dass Gabor Steingart in Kürze bei einer anderen Zeitung wieder aufschlägt. Er kann sich dann denke ich einer großen Leserschaft sicher sein, die ihm vom Handelsblatt folgen. Alles erdenklich Gute für Sie Herr Steingart und bleiben Sie so wie Sie sind!

  • Sehr, sehr schade ...

    Der Auslöser, Schulz als das zu bezeichnen, was er ist, ist geradezu grotesk.

    Das Handelsblatt war bisher nahezu die einzige Zeitung, die die "Wahrheit" geschrieben hat, (Leider war in der jüngeren Vergangenheit manchmal die NATO Propaganda durchgedrungen) Ich habe immer erklärt: Manager wollen nicht belogen werden.

    Die Vitalität und die Kanten der Person Steingart haben mich fasziniert und das Handelsblatt herausgehoben. Es hat sich nun wieder einmal gezeigt: Geld schlägt Geist.

  • Sehr bedauerlich. G Steingart war das Gesicht und die Seele des HB. Wie kann man nur einen so vielseitigen, intelligenten und sprachlich versierten Menschen feuern. Ausserdem hat er einfach die Wahrheit über M Schulz geschrieben.

  • Ach herrjeh, was soll das denn jetzt ?!?

    Was für ein Verlust, Du meine Güte...

    Gabor Steingart war für mich ein Garant für den unbedingten Willen, die Leserschaft grundsätzlich zu achten und sie in ihrer Mündigkeit sehen zu wollen - ein Grundverständnis, welches die realitätsentrückte allgemeine Politiker- und Journalisten-Kaste in aller Breite längst verloren hat.

    Sämtliche Leid-Medien übertrumpfen sich im verselbständigten Streben, die Leserschaft im Geiste allgemeiner Hofberichterstattung 'auf Linie' zu degenerieren - und feiern sich regelmäßig für die größten Erfolge dieser Bevormundung.

    Hr. Steingart war für mich einer der letzten Aufrechten - und Hr. Holtzbrink ist wohl allen ernstes noch der Meinung, eine Merkel retten und weiterhin etablieren zu können und zu wollen.

    Längst gefehlt: Die Menschen spüren den Verrat von ihr, sie spüren die parteiisch-verlogene Berichterstattung der gesamten Medienzunft - und ein Verlust eines so freien Geistes wie Herrn Steingart wird nur noch weitere der letzten Mainstream-Träumer aufrütteln.




  • Soweit zum Thema Meinungsfreiheit in Deutschland. Wieder so ein armseliges und widerliches Beispiel, dass es diese nicht wirklich gibt. Wenn ich bisher noch mit mir gerungen habe, ob ich mir neben einem Abo in vergleichbarer Größenordnung bei der Konkurrenz auch ein Abo beim Handelsblatt gönnen o. leisten möchte, so wird mir meine Entscheidung durch diese peinliche Aktion vom alten Holtzbrinck, der offensichtlich nicht mehr Herr seiner Sinne ist, abgenommen. Also kein Abo. Vielen Dank, Herr Steingart, für Ihre Arbeit und besonders für das "Morning Briefing"! Es war mir immer ein Vergnügen, Ihre Zeilen zu lesen und Sie haben mich morgens in der U-bahn regelmäßig zum schmunzeln gebracht. Manchmal auch zum nachdenken. Die deutsche Presselandschaft braucht noch viel mehr Journalisten wie Sie, die eine klare Meinung haben und diese auch in der Öffentlichkeit äußern, allen möglichen Widerständen zum Trotz. Alles Gute für Sie und Ihre berufliche Zukunft! Ich hoffe, ich kann bald wieder etwas von Ihnen lesen oder im TV sehen/hören.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Ich hoffe, dass das in Abrede stehende Morning Briefing vom Mittwoch wirklich nur der berühmte Tropfen war und viele weitere Dinge im Hintergrund (z.B. Zu teurer Wirtschaftsclub) viel mehr dazu beigetragen haben, diesen Rausschmiss zu provozieren.
    Einen Querdenker, Gedankenanatößer wie Steingart brauch das Land! Welche Zeitung hat einen solchen?! Keine! Das Morning Briefing war immer etwas politisch unkorrekt! Na und?! Gerade das regt doch auch mal zum Nachdenken an und es war ja immer als Kommentar gekennzeichnet. Herr von Holtzbrinck, ich hoffe, dass Sie mit dieser massiven Fehlentscheidung nicht fallen werden und sie vom jetzigen Erfolg verwöhnt, Schiffbruch erleiden werden.
    Das Handelsblatt steckt noch immer in einem massiven Transformationsprozess. Dieser wurde massiv von Steingart vorangetrieben und dies sehr erfolgreich! Allerdings ist dieser Prozess keineswegs beendet, was man nicht zuletzt an der Artikelqualität sieht, und es wird das Handelsblatt noch mindestens zwei weitere Jahre kosten, diesen zu beenden und in sichereres und ruhigeres Fahrwasser zurückzukehren. Ob man hier auf einen scharfen Denker und Gestalter verzichten sollte, bleibt abzuwarten.

  • wenn ich weiß, bei welcher Zeitung Herr Steingart weiter journalistisch tätig ist, werde ich dorthin wechseln.
    Das Handelsblatt war für mich nur wegen Herrn Steingart interessant. Das ist es jetzt nicht mehr. Jetzt ist es der Beliebegkeit anheimgestellt. Und ehrlich, Martin Schulz war es nicht wert.

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