In eigener Sache: Henri Nannen Preis für Handelsblatt-Redakteure

In eigener Sache
Henri Nannen Preis für Handelsblatt-Redakteure

Bestleistungen im Qualitätsjournalismus – dafür steht der Henri-Nannen-Preis. Bei der Verleihung in Hamburg wurden auch zwei Redakteure aus dem Investigativ-Team des Handelsblatts prämiert.
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HamburgZum ersten Mal in der Geschichte des Handelsblattes haben Redakteure der Düsseldorfer Wirtschaftszeitung den Henri Nannen Preis erhalten. Die hochkarätige 16-köpfige Jury zeichnete Fabian Gartmann und Sönke Iwersen für ihr achtseitiges Feature „Ladenschluss“ über den Aufstieg und Niedergang der Drogeriekette Schlecker aus.

„Der Text über dieses Schicksal ist außergewöhnlich“, heißt es in der Laudatio. „Die Autoren haben einen Text geschrieben, der trotz seiner enormen Länge den Leser in Atem hält bis zum Schluss. Die Stärke des Textes ist die enorme Fülle an Details, an zusammengetragenen Szenen und Zitaten – und das bei einem Mann, dessen letzter öffentlicher Auftritt mehrere Jahre zurück liegt. Iwersen und Gartmann haben in Spiralform recherchiert, immer näher rückten sie Anton Schlecker und seinen Vertrauten. Herausgekommen ist eine deutsche Firmengeschichte, die sich liest wie das Drehbuch eines Filmdramas.“

Der Preis, der in die Kategorie „Dokumentation“ fällt, wurde von Monika Bäuerlein übergeben, der Chefredakteurin des US-amerikanischen Politik-Magazins „Mother Jones“. In der Endrunde waren auch Beiträge von „Welt“ und „Geo“. Gartmann ist Redakteur des Investigativ-Teams des Handelsblattes. Iwersen leitet das Team.

Beim Henri Nannen Preis wurden insgesamt fünf Auszeichnungen verließen, dazu kamen Sonderpreise. Die festliche Veranstaltung und die Trophäen erinnern an den „Stern“-Gründer Henri Nannen, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 100. Mal jährt. Unter den 1200 Anwesenden waren viele Prominente wie Moderator Thomas Gottschalk, Schauspieler Til Schweiger, Bertelsmann-Matriarchin Liz Mohn, Axel-Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner und Bundestagspräsident Norbert Lammert.

In der Kategorie Investigation wurde Wolfgang Kaes vom Bonner „General-Anzeiger“ geehrt. Er stolperte über eine Anzeige, mit der eine Frau 16 Jahre nach ihrem Verschwinden für tot erklärt werden sollte, und ging dem Fall nach, den die Polizei schon zu den Akten gelegt hatte. Durch Kaes‘ Recherchen mussten die Ermittlungen neu aufgenommen worden.  Inzwischen ist der Ex-Mann des Opfers wegen Totschlags verurteilt.

Für die beste Reportage wurde Heike Faller geehrt, die einen Patienten eines Präventionsprojektes für Pädophile begleitet hatte. Den Preis in der Kategorie „Essay“ bekam der Politikchef der „Zeit“, Bernd Ulrich, für einen Reisebericht über deutsche Vergangenheitsbewältigung. Im Bereich „Foto-Reportage“ gewann Sandra Hoyn von emerge-mag.com mit einem Beitrag über Kinder in Thailand, die für einen Hungerlohn brutal boxen müssen.

Der Preis für Verdienste um die Pressefreiheit ging an René Wappler von der „Lausitzer Rundschau“ für die Berichterstattung über Rechtsextreme. Die Ehrung für das publizistische Lebenswerk erhielt die Herausgeberin der „Münchner Abendzeitung“, Anneliese Friedmann.

Auch die vor fünf Monaten eingestellte „Financial Times Deutschland“ wurde noch einmal geehrt. Die Jury verlieh der „FTD“ einen Sonderpreis für deren letzte Ausgabe. Die Anfang Dezember erschienene „FTD“-Nummer sei „ein Meisterstück des gedruckten Journalismus“. 

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  • Herzlichen Glückwunsch!
    Ich kann nur sagen, dass das Handelsblatt konkurrenzlos gut ist. Was mir beim Handelsblatt fehlt ist eine "Donate"-Funktion. Dann könnte ich mich auch als Nicht-Abonennt für gute Artikel freiwillig erkenntlich zeigen.
    Das würde mir gefallen.

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