IT + Medien

_

In Polen und Tschechien: Telekom spielt Übernahmen durch

Durch gezielte Zukäufe in Polen und Tschechien will die Deutsche Telekom offenbar auf dem osteuropäischen Markt angreifen. Ein Objekt der Begierde hat die Telekom laut einem Medienbericht bereits ins Auge gefasst.

Die Deutsche Telekom will durch Zukäufe auch in Osteuropa hoch hinaus. Quelle: ap
Die Deutsche Telekom will durch Zukäufe auch in Osteuropa hoch hinaus. Quelle: ap

FrankfurtDie Deutsche Telekom will einem Medienbericht zufolge ihre Position in Osteuropa durch Zukäufe ausbauen. Der Konzern arbeite derzeit an der Übernahme der polnischen GTS Central Europe für rund 600 Millionen Euro, berichtet das „Wall Street Journal Deutschland“ am Montagabend unter Verweis auf mit dem Vorgang vertraute Personen.

Anzeige

Das in Warschau ansässige Unternehmen biete Dienstleistungen wie Breitband-Internet, Datencenter und Cloud-Computing an und erzielte im vergangenen Jahr einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 103 Millionen Euro, hieß es. GTS gehört der Investmentfirma Innova. Deren zuständiger Partner Krzysztof Krawczyk wollte die Meldung nicht kommentieren. Auch ein Sprecher der Telekom wollte sich nicht äußern.

Q&A zur Tempo-Drosselung der Telekom

  • Für wen gelten die Obergrenzen?

    Zunächst einmal geht es nur um Neukunden, die einen Vertrag vom 2. Mai 2013 an abschließen. „Bestehende Verträge sind von den Änderungen nicht betroffen“, verspricht die Telekom. Allerdings dürften auch viele Bestandskunden von der Neuregelung betroffen sein: Weil die Telekom ihr Festnetz auf die IP-Technologie umstellt, müssen Nutzer, weiter einen schnellen Internetanschluss wollen, den Tarif wechseln – und sind dann ebenfalls von der Drosselung betroffen. Greifen soll die Tempo-Bremse zudem frühestens 2016.

  • Wer überschreitet die Datengrenze?

    Das lässt sich heute mit Blick auf das Jahr 2016 schwer sagen. Der Telekom zufolge kommt ein Kunde heute im Schnitt auf 15 bis 20 Gigabyte im Monat. Das passt zwar mehrfach in die niedrigste angekündigte Daten-Obergrenze von 75 Gigabyte, die für Anschlüsse mit einer Geschwindigkeit von bis zu 16 MBit pro Sekunde gilt. Allerdings nimmt der Videokonsum aus dem Netz rasant zu. Neue TV-Geräte sind Internet-tauglich, Sender bauen ihre Mediatheken aus, immer mehr Dienste bieten Streaming von Filmen und Serien an. Bis 2016 kann der Datenhunger der deutschen Haushalte also noch stark wachsen.

  • Wie weit kommt man mit 75 Gigabyte?

    Laut Telekom reicht das neben dem Surfen im Netz und dem Bearbeiten von Mails zum Beispiel für zehn Filme in herkömmlicher Auflösung sowie drei HD-Filme, 60 Stunden Internetradio, 400 Fotos und 16 Stunden Online-Gaming. Wenn solche Online-Dienste insbesondere in einem Haushalt mit mehreren Personen fest zum Alltag gehören, häuft sich locker eine höhere Nutzung an. Allerdings: Der hauseigene Telekom-Videodienst Entertain zehrt nicht an dem Daten-Kontingent.

  • Was ist mit anderen Anbietern?

    Nach aktuellem Stand würden die Nutzung von Entertain-Konkurrenten wie Apples iTunes-Plattform, Amazons Streaming-Dienst Lovefilm oder das ähnlichen Angebots Watchever sowie von YouTube das Inklusiv-Volumen verbrauchen. Bis 2016 könnten die Anbieter aber noch Partnerschaften mit der Telekom abschließen, die ihnen für gesonderte Bezahlung einen „Managed Service“ garantiert. Dienste solcher Partner tasten das Daten-Kontingent ebenfalls nicht an. Oder die Anbieter könnten sich zum Kampf gegen die Regelung entschließen.

  • Was passiert nach Ausschöpfung des Volumens?

    Entweder man begnügt sich mit der Vor-DSL-Geschwindigkeit von 387 Kilobit pro Sekunde, mit der man vielleicht E-Mails checken und mit viel Geduld auch im Internet surfen kann. Oder man bucht mehr Datenvolumen hinzu. Die Tarife dafür wurden von der Telekom noch nicht genannt.

  • Gibt es noch eine echte Flatrate?

    Die Telekom betont, weiterhin eine echte Flatrate anzubieten, also einen Tarif ohne jede Begrenzung. Dafür will das Unternehmen 10 bis 20 Euro Aufschlag im Vergleich zu heute verlangen – den genauen Preis legt es erst später fest.

  • Drosseln andere Anbieter auch?

    Telekom-Konkurrent Vodafone will nicht mitziehen: „Wir haben keine Pläne, die DSL-Geschwindigkeit unserer Kunden zu drosseln.“ Auch Unitymedia Kabel Baden-Württemberg erteilte einer Drosselung eine Absage: Bereits heute könnten Datenübertragungsraten von 150 Megabit pro Sekunde angeboten werden, die mit wenigen technischen Anpassungen auf 400 MBit/s erhöht werden könnten.

    Bei Kabel Deutschland dagegen gibt es bereits Datengrenzen, sie funktionieren aber anders als bei der Telekom. So ist ein Tages-Volumen von 10 Gigabyte vorgesehen, nach dem das Tempo gedrosselt werden kann. Derzeit passiert es aber erst ab 60 GB am Tag. Und zum Beispiel bei 1&1 gehört das Prinzip fest zum günstigsten Tarif dazu: Bis 100 GB im Monat surft man mit bis zu 16 MBit pro Sekunde, danach nur noch mit der langsamsten DSL-Geschwindigkeit von 1 MBit/Sekunde.

Daneben zieht der Dax-Konzern dem Bericht zufolge die Übernahme der noch nicht in seinem Besitz befindlichen knapp 40 Prozent an der tschechischen Tochter T-Mobile Czech Republic in Erwägung. Die Private-Equity-Firma Mid Europa Partners (MEP) habe das Paket jüngst zum Verkauf gestellt, zitiert die Online-Zeitung ihre Quelle.

  • Die aktuellen Top-Themen
600-Millionen-Euro-Klage: Telekom siegt gegen Telegate-Gründer

Telekom siegt gegen Telegate-Gründer

Im Verfahren der Firmengründer gegen die Deutsche Telekom lehnte das Kölner Gericht eine Klage wegen zu hoher Rechnungen für Telefondaten ab. Auch eine Klage von Telegate selbst wurde abgewiesen.

Rating-Urteil: S&P stuft Commerzbank herab

S&P stuft Commerzbank herab

Die Bonitätswächter von Standard & Poor's senken den Daumen über die Commerzbank. Das Geldhaus brauche länger, ein tragfähiges Geschäft aufzubauen. Deshalb stufen die Experten die Kreditwürdigkeit herab.

Kartellamt im Einsatz: Banken müssen um EC-Gebühren zittern

Banken müssen um EC-Gebühren zittern

Das Bundeskartellamt dringt auf günstigere Gebühren für den Einkauf mit EC-Karte und Geheimnummer. Es mangele bei den Entgelten an Transparenz. Die Branche will die Bedenken der Wettbewerbshüter prüfen.

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR UNTERNEHMENS-VERKAUF UND UNTERNEHMENSNACHFOLGE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.