In USA Klagen wegen falscher Bilanzen
Rückblick auf 2003: Ermittlungen gegen Telekom teilweise eingestellt

Die Bonner Staatsanwaltschaft hat von drei gegen die Deutsche Telekom laufenden Ermittlungsverfahren nach eigenen Angaben zwei eingestellt. Die Ermittler fanden in den teilweise mehrjährigen Verfahren keine Anhaltspunkte für falsche Angaben in Börsenprospekten oder Bilanzen.

Reuters BONN. Die Behörde teilte am Dienstag auf Anfrage mit, der Verdacht auf Falschbilanzierung des technischen Anlagevermögens in der Eröffnungsbilanz des Unternehmens aus dem Jahr 1995 und den Folgebilanzen habe sich nicht erhärtet. Zudem seien die Ermittlungen wegen angeblich unzutreffender Darstellung der Unternehmenslage und der Geschäftsrisiken durch die Übernahme des britischen Mobilfunkunternehmens One2One eingestellt worden. Die Vorwürfe seien nicht tragfähig, da die Telekom in ihrem Börsenprospekt des Jahres 2000 die Geschäftslage ausreichend erläutert habe. Weiterhin ermittelt werde jedoch wegen des Vorwurfs der Überbewertung des Immobilienvermögens des Konzerns. Mit einem Abschluss der Ermittlungen sei nicht vor Jahresende zu rechnen, teilte die Behörde mit.

Mehrere tausend Kleinanleger in Deutschland hatten in die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft große Hoffnungen gesetzt, da sie die Telekom wegen des Kurssturzes auf Ersatz ihres verlorenen Vermögens verklagt haben. Ziel der gegen die Telekom laufenden Prospekthaftungsklagen ist die Rückzahlung ihres Kaufpreises von 63,50 Euro für die im Jahr 2000 aus dem Besitz des Bundes an die Börse gebrachten Telekom-Aktien. Institutionelle Investoren haben dagegen zumeist auf Klagen verzichtet.

Auslöser für die Klagen der Kleinaktionäre war, dass die Telekom erstmals im Frühjahr 2001 einen Abwertungsbedarf bei ihrem Immobilienbestand bekannt gegeben hatte. Insgesamt korrigierte die Telekom in zwei Schritten ihre Bewertung für Grund und Boden um insgesamt umgerechnet 2,5 Milliarden Euro nach unten, nachdem das Unternehmen seine Bewertungsmethode geändert hatte.

Auch in den USA wurden inzwischen zahlreiche Klagen gegen die Telekom wegen angeblich falscher Angaben in Bilanzen und Börsenprospekten eingereicht. Die Telekom hatte stets bestritten, dass sie unrichtige Angaben in ihren Geschäftsberichten oder Börsenprospekten gemacht habe. Rückstellungen bildete der Bonner Konzern bislang nur für die Rechtsanwaltskosten, nicht jedoch für Schadenersatz. Einen Vergleich mit den US-Klägern hat die Telekom in der vergangenen Woche abgelehnt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%