Inder erwägen Übernahmen
Infosys schaut sich in Europa um

Der neue Vorstandsvorsitzende des indischen IT-Dienstleisters Infosys Senapathy Gopalakrishnan schließt die Übernahme eines europäischen Konkurrenten nicht aus. „Wenn wir durch einen Zukauf schneller wachsen können, dann werden wir es tun“, sagte er dem Handelsblatt in seinem ersten Interview mit einer deutschen Zeitung. Dafür müsse allerdings eine Voraussetzung erfüllt sein.

DÜSSELDORF. "Die Voraussetzung ist, dass das Unternehmen auch gekauft werden will", sagte Gopalakrishnan. Infosys ist vor allem an den Mitarbeitern der Konkurrenz interessiert. "Man braucht in unserer Branche die Leute vor Ort", sagte Gopalakrishnan, der das Unternehmen vor 26 Jahren mitgründete und am 22. Juni sein Amt als CEO antrat. "Wir würden so einen Schritt gehen, um die Leute mit den notwendigen Marktkenntnissen und den richtigen Beziehungen zu gewinnen."

Infosys ist ein IT-Dienstleister, der seinen Kunden in den USA und Europa die Entwicklung großer Softwareprojekte anbietet. Auch die Wartung von Software ist aus Indien - zu indischen Preisen - ist möglich. Wenn der rasant wachsende Milliardenkonzern zusätzlich lukrative Verträge für Vor-Ort-Service abschließen will, kommt er an der Übernahme von einheimischen Firmen jedoch kaum vorbei.

Nur der rasante Anstieg der indischen Rupie gegenüber dem US-Dollar kann die brillanten Zahlen des indischen IT-Dienstleisters Infosys derzeit leicht schmälern. Allein in den vergangenen drei Monaten wuchs der Umsatz von Infosys im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 40,6 Prozent auf 926 Mill. Dollar. Der Nettogewinn stieg um 51,1 Prozent auf 263 Mill. Dollar. "Das war ein sehr gutes Quartal für uns", sagt der neue Vorstandsvorsitzende des Unternehmens. "Wir investieren jetzt verstärkt in Europa, um auch hier die Möglichkeiten zu nutzen, die der Markt uns bietet."

Noch aber macht Infosys fast zwei Drittel seines Geschäfts mit US-Kunden - und das ist der Grund, warum das Unternehmen ankündigte, der Gewinn pro Aktie werde um bis zu 14 Prozent niedriger ausfallen als zu Beginn des Geschäftsjahres im April angekündigt. Im vergangenen Quartal legte die Rupie gegenüber dem Dollar um 7,5 Prozent zu - der stärkste Anstieg seit drei Jahrzehnten. An der Frankfurter Börse verlor der Kurs der Infosys Aktie am Mittwoch knapp vier Prozent. Auch die Konkurrenten Tata Consultancy, Wipro und Satyam verzeichneten Einbußen.

Nichtsdestotrotz kündigte Gopalakrishnan an, Infosys, nach Tata der zweitgrößte indische IT-Dienstleister, werde im laufenden Geschäftsjahr beim Umsatz noch stärker zulegen als geplant - nämlich 31 bis 33 Prozent. "Wir verlieren durch die Währungssituation signifikanten Umsatz, aber darauf haben wir nur begrenzten Einfluss", sagt der Gründer von Infosys, der sein Amt als CEO vor drei Wochen antrat. "Wichtig ist, dass wir unser Wachstum richtig managen."

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