Indischer IT-Dienstleister
Infosys plant radikalen Umbau

Mit der Übernahme von Routineaufgaben wie dem Betrieb von Rechnerzentren ist der indische Konzern Infosys groß und reich geworden. Nun will der Outsourcer mehr vom Kuchen und steckt sich hierfür ehrgeizige Pläne.
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FrankfurtMit der Übernahme von Routineaufgaben wie dem Betrieb von Rechnerzentren (Outsourcing) sind indische Konzerne wie Wipro, Tata oder Infosys groß und reich geworden. Nun wollen die Outsourcer mehr vom Kuchen. „Infosys will künftig nicht nur im Bereich IT-Dienstleistungen, sondern auch in der Beratung weltweit führend sein“, sagte Franz-Josef Schürmann, Deutschland-Chef, im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Der Umbau ist radikal und mutig zugleich. Dienstleister wie Infosys, Tata oder Wipro haben sich über die Jahre in der westlichen Welt als sogenannter Outsourcer einen Namen gemacht. Die Anbieter übernehmen IT-Routine-Aufgaben für große und kleine Unternehmen. Dazu zählen der Betrieb eines Rechenzentrums, aber auch komplette Prozesse wie etwa das Rechnungsmanagements. Die IT-Dienstleister profitieren dabei von niedrigeren Nebenkosten in Indien. Als Beratungsspezialisten sind die indischen IT-Konzerne dagegen bislang weniger bekannt.

Infosys will genau das ändern. Das Unternehmen will die Wertschöpfungskette in der IT weiter nach oben klettern und tritt damit mehr und mehr mit Riesen wie Accenture, Capgemini und IBM in den Wettbewerb. Doch Sorge vor einer übermächtigen Konkurrenz hat Schürmann nicht. „Wir haben über die Jahre in unserem Outsourcing-Bereich viel Erfahrung mit Geschäftsprozessen gesammelt. Neben unserer Innovationskraft ist dieses Wissen selbstverständlich die Basis für unseren Erfolg als Beratungsunternehmen“, kontert er.

Die Pläne von Infosys sind vor allem deshalb ehrgeizig, weil sie über die reine Informationstechnologie hinausgehen. Infosys-Manager Andreas Börner nennt ein Beispiel aus seiner Praxis: Eine französische Heimwerkerkette plant den Einstieg in den indischen Markt. Infosys bietet vom grundsätzlichen Konzept über Marktstudien, der Suche nach geeigneten Standorten bis hin zur Abwicklung der Routine-Aufgaben alles aus einer Hand. „Das schrittweise Vorgehen mindert das Risiko für Unternehmen“, erläutert Börner das Vorgehen. „Sie müssen bei der Expansion nicht sofort von Null auf Hundert durchstarten.“

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  • Diese positive Entwicklung ist sicherlich der Tatsache zu verdanken, dass Infosys - mit Franz-Josef Schürmann - den richtigen lokalen CEO gewinnen konnte. Der Erfolg könnte sicherlich noch grösser sein, wenn die indischen Kollegen auf Ebene 1 in Deutschland besser mit den deutschen Kollegen kooperieren würden. Hiersind noch viele kulturelle Barrieren zu überwinden.

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