Industrie 4.0
Elektroindustrie will schnelleren Netzausbau

Die Elektroindustrie schafft mit ihren Produkten die Basis für eine vernetzte Wirtschaft, wandelt sich aber auch selbst. In Berlin diskutiert die Branche, wohin die digitale Reise geht – und wo Deutschland Defizite hat.
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BerlinDie Elektroindustrie verlangt einen schnelleren Ausbau des Breitbandnetzes in Deutschland. Die geplanten Investitionen von 100 Milliarden Euro bis zum Jahr 2025 seien richtig, es müsse aber schneller gehen als bisher geplant, sagte der Präsident des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), Michael Ziesemer, am Mittwoch auf dem Jahreskongress seiner Organisation in Berlin. Deutschland liege mit seinem Glasfasernetz in der Rangliste der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) „abgeschlagen auf Platz 30“.

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) nahm die Kritik auf. Deutschland müsse in der Tat in der nächsten Legislaturperiode „einen kräftigen Schritt machen. Da sind wir einfach noch zu schlecht“, sagte die Ministerin. Beim Wandel zur Industrie 4.0 sei Deutschland gleichwohl weltweit unter den führenden Nationen: „Wir sind gut aufgestellt, um diese Umstellung zu meistern.“

Unter dem Begriff Industrie 4.0 versteht man die Verknüpfung der industriellen Produktion mit Informations- und Kommunikationstechnik. Der ZVEI-Kongress beschäftigt sich bis Donnerstag mit dem Miteinander von Mensch und Maschine in der digitalen Welt.

Beim Übergang zur Industrie 4.0 seien außer einem schnellen Datennetz die Datensicherheit sowie die fortlaufende Ausbildung der Mitarbeiter die wichtigsten Punkte, sagte Ziesemer. „Roboter sollen entlasten, nicht entlassen.“ Es gebe durchaus Beispiele dafür, wie Roboter und Menschen zusammenarbeiten. Daten müssen nach den Worten von Ziesemer einerseits individuell geschützt werden, zugleich dürften sie in anonymer Form nicht durch ein Unternehmen monopolisiert werden.

Ziesemer forderte die Bundesregierung auf, möglichst noch vor der Bundestagswahl im September die steuerliche Förderung der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung zu beschließen. Zypries entgegnete, ihr Haus bemühe sich darum, möglicherweise werde das Vorhaben aber erst in der nächsten Wahlperiode verwirklicht. Das Modell von Zypries sieht vor, dass Unternehmen mit weniger als 1000 Mitarbeitern zehn Prozent der Personalkosten in Forschung und Entwicklung von den monatlichen Lohnsteuerkosten abziehen können. Der ZVEI wünscht sich diese Steuerentlastung auch für Unternehmen mit mehr als 1000 Beschäftigten.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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