Infineon aus dem Rennen
Apple kauft den Speichermarkt leer

Während der deutsche Chipkonzern Infineon den Boom der begehrten NAND-Speicher für MP3-Spieler an sich vorbei ziehen ließ und nun das Speichergeschäft völlig abspaltet, schlagen sich die Kunden um die Chips der restlichen Hersteller.

pos DÜSSELDORF. Samsung und Hynix, die Nummer eins und drei bei Flash-Speichern mit „NAND“-Technik, haben auf Druck der koreanischen Börsenaufsicht jetzt mitgeteilt, dass sie sich in Verhandlungen mit Apple über langfristige Lieferabkommen großer Mengen der begehrten Speicher befinden.

Für Apples Konkurrenz könnte das eine kostentreibende Verknappung auf den Einkaufsmärkten bedeuteten. Für Apple bedeutet es einen wichtigen Schritt, um die Marktführerschaft im MP3-Markt zu untermauern und die Aktienkurse von Samsung und Hynix klettern beständig.

NAND-Speicher sind begehrt, weil sie hohe Kapazitäten bieten (bis zu einem Gigabyte) und ihre Daten auch behalten, wenn sie ohne Stromversorgung sind. Mehrere NAND-Speicher können zu größeren Einheiten zusammengefasst werden und so in der Kapazität selbst mit Festplatten konkurrieren. Der beliebte Musikplayer Apple nano etwa holt seine vier Gigabyte Kapazität aus vier 1-GB-Chips. Das prädestiniert diese Speicher für Geräte wie MP3-Spieler, Handys oder so genannte USB-Sticks.

Chang-Won Chung fürchtet Schlimmes: „Wenn Apple die Chips in großem Stil aufkauft, werden sich die anderen Hersteller schwierigen Einkaufsbedingungen gegenübersehen“, sagt der Analyst bei Daewoo-Securities in Seoul. Der Branchenbeobachters iSuppli schätzt, dass der Markt für NAND-Chips alleine in diesem Jahr um 42 Prozent auf 9,4 Mrd. Dollar zulegen wird und das Wachstum in den kommenden Jahren anhält. Laut iSuppli werden die koreanische Hynix, Japans Renesas Technology und ein Joint Venture von Hitachi, Mitsubishi, U.S. Micron die größten Gewinner sein. Im dritten Quartal, so iSuppli, dürften diese Firmen im Schnitt den Umsatz mit NAND um 58 Prozent gegenüber dem Vorquartal gesteigert haben.

Wie bedeutend das boomende Geschäft mit den kleinen Chips ist, zeigt der Fall Infineon. „Infineon wählte die NROM-Technologie statt NAND und ist damit gescheitert“, sagt Gartner-Analyst Andrew Norwood. „Damit fehlten in der Abschwungphase die Gewinne, die die anderen Dram-Konkurrenten wie Samsung gemacht haben. Das könnte letztlich auch der auslösende Faktor für den angekündigten Ausstieg aus dem Speichergeschäft gewesen sein“.

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