Infineon Autosparte läuft auf Hochtouren

Noch immer kann der Chiphersteller Infineon lange nicht so viel liefern, wie die Kunden bestellen. Nach dem Einbruch in der Wirtschaftskrise produziert der Konzern nun also wieder unter Hochdruck. Der Auftragsboom wird sich auch nächstes Jahr weiter fortsetzen.
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Infineon ist inzwischen profitabel und finanziell komfortabel ausgestattet. Quelle: ap

Infineon ist inzwischen profitabel und finanziell komfortabel ausgestattet.

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MÜNCHEN. Von Gegenwind keine Spur: Die Autosparte des Halbleiterherstellers Infineon ist voll ausgelastet. Die Münchener können nicht annähernd so viel produzieren, wie die Kunden bestellen. "Es gibt nach wie vor Lieferengpässe", sagte Bereichschef Jochen Hanebeck dem Handelsblatt. Erst zum Jahresende würden sich Kapazitäten und Bedarf in etwa die Waage halten.

Binnen Jahresfrist hat die Sparte ihren Quartalsumsatz um mehr als die Hälfte auf zuletzt 333 Mio. Euro gesteigert - ein Rekord. Infineon profitiert dabei einerseits von den Verkaufserfolgen der deutschen Automarken, andererseits liefert der Konzern immer mehr an aufstrebende Anbieter wie Hyundai.

Ein Ende des Auftragsbooms ist nach Ansicht von Hanebeck nicht in Sicht: "Für 2011 erwartet die Branche eine Zunahme des Auto-Halbleitermarkts von 15 Prozent." Ziel von Infineon sei es, stärker als der Markt zu wachsen und den Marktanteil von knapp zehn Prozent auszubauen. Lediglich ein abrupter Wirtschaftseinbruch in China und den USA könne den Absatz beeinträchtigen.

Ein gutes Geschäft mit den Autozulieferern ist für Infineon wichtiger denn je. Anfang kommenden Jahres wird die ehemalige Siemens-Tochter ihre Mobilfunksparte an Intel verkaufen. Der Umsatzanteil des Autogeschäfts steigt von knapp 30 auf etwa 40 Prozent. Größer ist nur die Industriesparte, die zuletzt auf Erlöse von 373 Mio. Euro im Quartal gekommen ist.

Es hat seinen Grund, dass Infineon der Autosparte mehr Gewicht einräumt: Das Geschäft ist vergleichsweise stabil. Wenn Kunden wie Bosch oder Continental sich einmal für einen Lieferanten entschieden haben, nutzen sie die Halbleiter über viele Jahre. Zudem ist es ein Zukunftsmarkt: Derzeit geben die Hersteller im Schnitt rund 300 Dollar pro Wagen aus. Marktforscher rechnen damit, dass es in fünf Jahren zehn Prozent mehr sein werden. Bei Elektro- und Hybridautos kommen zusätzlich 600 Dollar für Chips dazu. Hanebeck: "Hybrid ist über die nächsten fünf bis zehn Jahre einer der wichtigsten Wachstumstreiber bei automobilen Halbleitern, und wir erwarten für 2011 erste nennenswerte Umsätze im zweistelligen Millionenbereich."

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