Infineon-Chef Peter Bauer kündigt 75-Millionen-Kredit an
Wann löscht Qimonda das Licht?

Die Insolvenz des schwer angeschlagenen Chipherstellers Qimonda rückt immer näher. Im Umfeld des Unternehmens hieß es am Donnerstag, eine Pleite sei eher eine Frage von Tagen denn von Wochen. Mehrheitseigentümer Infineon und die sächsische Staatsregierung können sich weiterhin nicht auf eine Finanzspritze einigen. Nun will Infineon zunächst selbst einspringen.

MÜNCHEN/DRESDEN. Infineon-Chef Peter Bauer sagte der Zeitung „Die Welt“ am Donnerstag, sein Konzern sei bereit, Qimonda einen Kredit über 75 Mio. Euro zur Verfügung zu stellen. „Zusätzlich haben wir vorgeschlagen, ein Aktienpaket an Sachsen zu verkaufen und den Erlös ebenfalls Qimonda zu geben. Beides zusammen ist deutlich mehr als 100 Mio. Euro wert.“ Infineon hält 77,5 Prozent der Qimonda-Anteile.

Die sächsische Landesregierung, die die Qimonda-Fabrik in Dresden mit gut 3 000 Mitarbeitern erhalten will, verlangt von Infineon allerdings 150 Mio. Euro und will Qimonda dann ein Darlehen in gleicher Höhe geben. Bauer zufolge steckt Infineon aber selbst in einer schwierigen Lage. „Die Wahrscheinlichkeit, dass die Entwicklung die kommenden zwei Quartale ins Positive dreht, ist nicht sehr hoch“, sagte er. „Infineons Herausforderung ist die langfristige Refinanzierung, wir spüren die Kreditklemme momentan massiv.“

Die Mitarbeiter von Qimonda fürchten, dass sie schon bald auf der Straße stehen. „Die finanzielle Situation ist dramatisch“, sagte am Donnerstag Lothar Armbrecht dem Handelsblatt. Der Münchener Betriebsrat sitzt im Aufsichtsrat des Speicherchipherstellers. Im Anschluss an eine Betriebsversammlung in München wollen die Arbeitnehmer heute dem Infineon-Vorstand einen offenen Brief überreichen. Darin fordern sie finanzielle Unterstützung für ihr Unternehmen. Denselben Brief soll die sächsische Staatsregierung bekommen.

Viel Zeit bleibt nicht für eine Einigung, denn Qimonda geht das Geld aus. „Es steht auf Spitz und Knopf“, sagt Armbrecht. Zu Beginn des abgelaufenen Quartals verfügte das Unternehmen über liquide Mittel von 630 Mio. Euro, Ende September waren es noch 432 Mio. Euro. Neuere Zahlen hat das Unternehmen nicht vorgelegt. Qimonda hat lediglich erklärt, der Verlust im dritten Quartal sei höher die 401 Mio. Euro im vorangegangenen Vierteljahr ausgefallen.

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