Infineon: Chips für E-Autos schieben Dax-Konzern an

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Chips für E-Autos schieben Dax-Konzern an

Infineon startet mit einem geringeren Umsatz ins neue Jahr. Die Anleger braucht das nicht zu beunruhigen: Deutschlands größter Chiphersteller hat die Ziele übertroffen – und es soll wieder aufwärts gehen.

MünchenDer Start ins neue Geschäftsjahr ist geglückt, Infineon-Chef Reinhard Ploss hat seine Prognose für das erste Quartal übertroffen. Der Umsatz zwischen Oktober und Ende Dezember ist gegenüber dem Vorquartal lediglich um drei Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro geschrumpft. Im November noch hatte Ploss vor einem jahreszeitlich bedingten Minus von sechs Prozent gewarnt.

Seine Vorhersage für den operativen Gewinn hat Ploss genau eingehalten, die Marge liegt wie erwartet bei 14 Prozent. „Es zahlt sich aus, dass Infineon im Hinblick auf Kunden, Märkte und Regionen bestens diversifiziert ist“, unterstrich der Unternehmensführer am Dienstagmorgen. Allerdings liegt die Rendite fast vier Punkte unter dem Vorquartal. Das begründete Ploss mit dem Umsatzschwund, einem ungünstigeren Produktmix sowie Währungseffekten.

Vor allem das Autogeschäft macht Ploss derzeit Freude. Die größte Sparte war im abgelaufenen Quartal die einzige, die nicht geschrumpft ist. In China sei das Geschäft mit der Autoindustrie geradezu „sprunghaft angestiegen“. In der Volksrepublik hätten sich Chips für Hybrid- und Elektrofahrzeuge besonders gut verkauft. Alle anderen Bereiche verloren leicht, Ploss begründet das mit einer jahreszeitlich geringeren Nachfrage.

Dass es in China gut läuft ist besonders wichtig für Infineon, denn ein Viertel des Umsatzes macht der Konzern in dem Land. Kein anderer Konzern im Dax ist so auf China angewiesen wie die Münchener.

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatz um fast 40 Prozent in die Höhe geschossen. Das lag vor allem an der Übernahme des US-Konkurrenten International Rectifier Anfang vergangenen Jahres. Unterm Strich weist Infineon einen Überschuss von 152 Millionen aus, zwölf Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres.

Infineon steht mit seinem leichten Umsatzrückgang in der Chipbranche noch vergleichsweise gut da. Beim wichtigen italienisch-französischen Rivalen ST Microelectronics hingegen war das vierte Quartal eine blanke Katastrophe: Unter dem Strich blieb nach 90 Millionen Dollar im Vorquartal nur noch ein Miniüberschuss von zwei Millionen Dollar übrig.

Auch das operative Ergebnis schmolz um fast drei Viertel auf 25 Millionen Dollar zusammen. Der Umsatz ging um mehr als fünf Prozent auf 1,67 Milliarden Dollar zurück, weil die Geschäfte unter anderem mit der Autoindustrie schwächelten.

Vorstandschef Carlo Bozotti greift deshalb durch: Der Konzern gibt die Entwicklung von Chips für Set-Top-Boxen wie TV-Receiver auf und will dadurch jährlich 170 Millionen Dollar einsparen. Mit dem Ausstieg fallen allerdings Umbaukosten von ebenfalls rund 170 Millionen Dollar an. Künftig wolle das Unternehmen nur noch langfristig profitable Geschäfte betreiben, betonte Bozotti vorige Woche. Rund 1400 Jobs weltweit würden gestrichen.

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Das Infineon-Erfolgsrezept: Aussichtsreiche Nischen

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