Infineon
Halbleiterkonzern stutzt den Jahresausblick

Infineon hat das Quartal mit einem höheren operativen Gewinn abgeschlossen als erwartet. Den Zuwachs liegt vor allem an der hohen Nachfrage aus der Autoindustrie. Allerdings bremsen den Konzern Wechselkurseffekte aus.

FrankfurtDie schwächere Entwicklung des Dollar zum Euro bremst das Umsatzwachstum beim Halbleiterkonzern Infineon. Der Dax-Konzern kappte das Mittel seiner Prognosespanne für das Gesamtjahr um einen Prozentpunkt auf zwölf Prozent. Der Grund dafür sei ausschließlich der Wechselkurs, es gebe keine Schwäche im operativen Geschäft, erklärte Finanzvorstand Dominik Asam am Dienstag.

Da sich die US-Währung schwächer entwickelt als zu Jahresbeginn angenommen, kalkuliert Infineon jetzt mit 1,15 Dollar je Euro nach zuvor 1,10 Dollar. Umgerechnet in Euro fällt der Umsatz damit niedriger aus. Die Aktie des Dax-Konzerns verlor in einem schwachen Gesamtmarkt fast sechs Prozent.

Das Ergebnis im zweiten Quartal war hingegen besser ausgefallen als von Infineon vorausgesagt und von Analysten erwartet. Der bereinigte operative Gewinn stieg von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf 228 Millionen Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit 213 Millionen Euro gerechnet.

„Wir haben ein schwieriges Quartal sehr gut gemeistert“, erklärte Vorstandschef Reinhard Ploss. Zu Jahresbeginn habe der Konzern die Preise gesenkt, das dämpfe das Ergebnis. Deshalb müsse die Produktivität steigen und der Kostenanstieg gebremst werden. Zudem wachse der Smartphone-Markt seit einigen Monaten nicht mehr so stark, doch werde sich das im zweiten Halbjahr mit neuen Modellen ändern. So bringt Apple dann die nächste Generation des iPhones auf den Markt.

Das Umsatzplus von neun Prozent auf 1,61 Milliarden Euro erreichte Infineon im zweiten Quartal vor allem dank kräftigen Wachstums seiner Automotive-Sparte. Sie wuchs um zwölf Prozent auf 670 Millionen Euro Umsatz. Die Rendite kletterte um zwei Prozentpunkte auf 14 Prozent. Halbleiter für die Automobilindustrie machen inzwischen rund 42 Prozent der gesamten Erlöse aus. Der Anteil von Mikrochips in Fahrzeugen steigt seit Jahren an. Zum einen werden immer mehr Assistenzsysteme wie Abstands- oder Müdigkeitswarner verbaut, zum anderen regeln die Bauteile auch neue elektrische Antriebe.

Die Förderung von Elektroautos in Deutschland, wird nach Einschätzung von Ploss den Umsatz des Dax-Konzerns nur wenig steigern. In diesem Geschäftsfeld, aus dem fünf Prozent des Spartenumsatzes stammen, verzeichnet Infineon vor allem aus China starke Nachfrage. Dort sei der Drang zur klimaschonenden Elektromobilität wegen der hohen Luftverschmutzung in Großstädten größer als in Deutschland. Die Regierung in Peking begrenzt deshalb die Neuzulassungen für Autos mit Verbrennungsmotoren und bevorzugt Elektrofahrzeuge.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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