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25.07.2008 

Im abgelaufenen dritten Quartal zeigte sich zumindest das operative Geschäft stärker als von Analysten erwartet. Bei einem Umsatz von 1,029 Mrd. Euro sei ein EBIT (Gewinn vor Steuern und Zinsen) von 71 Mill. Euro erwirtschaftet worden. Die von der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires befragten Analysten hatten bei einem Umsatz von 1,011 Mrd. Euro mit einem EBIT von 47 Mill. Euro gerechnet.

Im dritten Quartal nahm das Unternehmen jedoch erneut eine Abschreibung auf ihren 77,5%-Anteil an Qimonda über 411 Mill. Euro vor. Infineon hat Qimonda nun mit 2,80 Dollar je Aktie in den Büchern stehen. Im zweiten Quartal hatte Infineon die Qimonda-Aktien bereits auf 6,50 Dollar herunter geschrieben und dafür einen Buchverlust von rund 1 Mrd. Euro ausgewiesen.

Zusammen mit dem Quartalsverlust von Qimonda ergibt die Abschreibung im dritten Quartal ein negatives Ergebnis aus dem nicht geführten Geschäft von minus 637 Mill. Euro. Das Infineon-Konzernergebnis lag entsprechend bei minus 592 Mill. Euro. Analysten hatten hier mit lediglich minus 271 Mill. Euro gerechnet.

Im laufenden vierten Quartal rechnet Infineon zwar mit einem Umsatzplus, sieht aber keine Ergebnisverbesserung. Während der Umsatz zum Vorquartal im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen soll, werde das EBIT vor Sondereffekten „gleich bleiben oder leicht sinken“. Zudem erwartet das Unternehmen im Zusammenhang mit dem Restrukturierungsprogramm IFX-10+ „wesentliche Netto-Sonderaufwendungen“, Infineon bezifferte diese jedoch nicht näher.

Im laufenden Quartal soll der Umsatz im Segment Automotive, Industrial & Multimarket (AIM) zum Vorquartal „voraussichtlich um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigen“. Die EBIT-Marge werde hier ohne Berücksichtigung von Sondereffekten bei 9% bis 10% gesehen. Im Segment Communication Solutions (Com) rechnet Infineon zum Vorquartal mit einem steigenden Umsatz, der zwischen 330 Mio und 350 Mio EUR liegen werde. Infolge des Umsatzanstiegs werde sich „voraussichtlich auch das negative EBIT des Segments ohne Berücksichtigung von Sondereffekten verbessern“. Eine konkrete Zahl nannte Infineon nicht.

Jürgen Wagner, Analyst bei Sal. Oppenheim, stufte den den Ausblick von Infineon für die Com-Sparte als besonders enttäuschend ein. „Zwar sind die Verluste im dritten Quartal mit 30 Mio EUR etwas niedriger als von uns befürchtet ausgefallen. Wir hatten mit 37 Mill. Euro gerechnet“, sagt Wagner. Allerdings deute die Aussage des Halbleiterherstellers, dass mit dem prognostizierten Umsatzanstieg nicht eine „deutliche“ Verbesserung des EBIT einhergehen werde, auf Preisdruck hin. Sal. Oppenheim empfiehlt die Infineon-Papiere als „Reduce“, der faire Wert wird bei 5,00 Euro gesehen. Allerdings werde er diese Zahl nach unten revidieren, so Analyst Wagner.

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