Günther löst Fischl ab
Zur Hauptversammlung kündigte Infineon auch den Rückzug von Finanzvorstand Peter Fischl an. Dieser werde zum 1. Mai vorzeitig mit 60 Jahren in den Ruhestand gehen. Nachfolger wird der 48-jährige Rüdiger Andreas Günther, zuletzt Sprecher der Geschäftsführung des Landmaschinenherstellers Claas.
Aktionäre verweigern Zitzewitz Entlastung
Dem ehemaligen Vorstand Andreas von Zitzewitz haben die Aktionäre die Entlastung für das Geschäftsjahr 2004/05 verweigert. Die Unternehmensspitze hatte im vergangenen Jahr die Entlastung des früheren Managers vertagt, nachdem die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen ihn wegen des Verdachts der Bestechlichkeit eingeleitet hatte. Der Hauptversammlung am Donnerstag hatten Vorstand und Aufsichtsrat empfohlen, Zitzewitz nicht zu entlasten. Im Sommer hatte Zitzewitz vor Gericht eingeräumt, mehr als 70 000 Euro Schmiergeld von einem Werbevermittler angenommen zu haben. Die Staatsanwaltschaft München stellte später einen Strafbefehl über ein Jahr Haft auf Bewährung und 100 000 Euro Geldbuße gegen ihn aus. Infineon hat angekündigt, noch zivilrechtlich gegen Zitzewitz vorzugehen.
In dem Strafprozess gegen den Werbevermittler belastete der Angeklagte auch Ex-Konzernchef Ulrich Schumacher schwer und sagte aus, auch der frühere Vorstandschef habe große Mengen Schmiergeld von ihm angenommen. Schumacher bestreitet die Vorwürfe. Infineon und er streiten sich noch vor Gericht über mehr als fünf Mill. Euro Abfindung, die das Unternehmen zur Hälfte einbehalten hat. Die erste, bereits gezahlte Tranche fordert der Chiphersteller zurück.

