Infineon
Sturz eines Börsenstars

Hohe Verluste, dümpelnder Aktienkurs und Spekulationen um den Vorstandschef: Zehn Jahre nach seiner Abspaltung von Siemens steht der Halbleiterkonzern Infinion alles andere als glänzend da. Wie konnte es beim einstigen Börsenstar soweit kommen?

MÜNCHEN. Satinder Singh Randhawa ist einer jener Menschen, deren Auftreten einen tiefen Eindruck hinterlässt. Der große, schlanke Inder trägt einen imposanten blauen Turban und sein Mund wird verdeckt durch einen schwarzen Vollbart. Der Handschlag des 29-Jährigen ist fest, seine Sätze sind präzise. "Nein", sagt der Ingenieur mit Nachdruck, "die schlechten Zahlen von Infineon demotivieren uns nicht, im Gegenteil, sie treiben uns an, unsere Aufgaben noch besser zu machen." Dann präsentiert Randhawa stolz eine Mobilfunksoftware, die er und seine Kollegen von der Infineon-Filiale im indischen Bangalore in den vergangenen Monaten entwickelt haben. "Auf der Mobilfunkmesse in Barcelona Anfang Februar ist das auf großes Interesse gestoßen", sagt der Projektleiter und strahlt ungebrochene Zuversicht aus.

Einige tausend Kilometer von Bangalore entfernt im Süden von München: Von der Zentrale des Chipherstellers Infineon aus haben die Mitarbeiter einen traumhaften Blick auf die schneebedeckten Alpen. Trotzdem ist die Stimmung auf dem weitläufigen Campus getrübt. Immer wieder macht ihr Arbeitgeber Schlagzeilen und meist sind es keine positiven Meldungen, die durch die Presse gehen.

Einmal ist vom bevorstehenden Rauswurf von Vorstandschef Wolfgang Ziebart die Rede und vom Aufstand einiger Aufsichtsräte. Dann stehen einmal mehr die roten Zahlen im Vordergrund. Auch an diesem Mittwoch wird der Konzern wohl wieder einen hohen Quartalsverlust präsentieren. Dazu kommt, dass der Aktienkurs tief im Keller steckt.

Doch wie konnte es so weit kommen? Warum kommt Infineon auch zehn Jahre nach der Entscheidung von Siemens, sich von seiner Halbleitersparte zu trennen, nicht zur Ruhe? Wieso macht das Münchener Unternehmen mehr durch seine Skandale denn durch seine Halbleiter von sich reden? Ein Blick in das Innenleben eines Konzerns, in dem seit Jahren eine Krise die nächste jagt.

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