Infineon-Tochter
Qimonda steigt ins Solargeschäft ein

Qimonda setzt auf einen neuen Geschäftsbereich und will so vom stark schwankenden Kerngeschäft unabhängiger werden: Der Speicherchiphersteller steigt in die Fertigung von Solarzellen ein. Dazu gründet die Infineon-Tochter ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Münchner Solarfirma Centrosolar.

HB MÜNCHEN. An dem Joint Venture mit Sitz im portugiesischen Vila do Conde werde Qimonda mit 51 Prozent die Mehrheit halten, teilte das Unternehmen am Montag mit. Bis September 2009 wollen die Partner dort 70 Millionen Euro in den Bau eines neuen Werks auf dem bestehenden Qimonda-Gelände investieren. Rund 150 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Noch im kommenden Jahr werde der Standort mit der Produktion beginnen. Ab 2010 werde die gemeinsame Tochter rund 200 Millionen Euro umsetzen, sagte Finanzvorstand Michael Majerus in einer Telefonkonferenz.

Qimonda-Chef Kin Wah Loh hatte angekündigt, die Produktpalette seines Hauses zu erweitern, um unabhängiger vom stark schwankenden Speicherchipgeschäft zu werden. In die Partnerschaft bringe Qimonda sein Wissen um die Massenfertigung von Siliziumprodukten sowie seinen Zugang zu dem knappen Rohstoff ein. Das Reinsilizium liefere die chinesischen LDK Solar. Es werde auch Bruch aus der eigenen Chipfertigung verwendet, sagte der für das Tagesgeschäft zuständige Vorstand Thomas Seifert. Centrosolar steuere seine Erfahrung bei Solarsystemen und dem Vertrieb von Solarmodulen bei. Die Firma sei auch einer der Hauptabnehmer der ungefassten Solarsiliziumkomponenten, die künftig in Portugal hergestellt werden. Qimonda habe sich für das Land entschieden, da es ein attraktives Subventionspaket angeboten habe und 15 Prozent der Erstinvestition übernehme, sagte Majerus.

Loh betonte, die für seine Branche verhältnismäßig geringe Investition erschließe der zuletzt schwer gebeutelten Infineon-Tochter einen Zugang zu einem stabilen Umsatzbringer. Das Kerngeschäft werde aber weiter der Bau von Speicherchips bleiben, sagte Seifert. Qimonda hatte zuletzt wegen des Preisverfalls für DRAM-Speicherchips mit hohen Verlusten zu kämpfen. Auf diesem Markt mehren sich inzwischen die Anzeichen für eine Erholung. Der koreanische Qimonda-Rivale Hynix erklärte am Montag, er habe seine Vertragspreise für DRAM-Halbleiter um 15 Prozent angehoben und erwarte weitere Steigerungen. Qimonda wollte sich zur eigenen Preisgestaltung nicht äußern.

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