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28.09.2006 
Deutsche BenQ-Handysparte kündigt Insolvenz an

Infineon verliert seinen besten Kunden

Nachdem der taiwanesische Hersteller BenQ von Siemens die defizitäre Handysparte übernommen hatte, wurde zwar rigide gespart, doch es hat alles nichts genützt. Das deutsche BenQ-Mobilfunkgeschäft steht nun endgültig vor dem Aus. Auch Infineon dürfte bei der Nachricht schwer geschluckt haben.

BenQ macht die Handysparte in Deutschland zu und lässt in Asien produieren. Foto: dpaLupe

BenQ macht die Handysparte in Deutschland zu und lässt in Asien produieren. Foto: dpa

HB MÜNCHEN. Das deutsche Handy-Geschäft hatte mit seinen Verlusten den gesamten Konzern BenQ in die roten Zahlen getrieben. Nun hat die Mutter in Taiwan die Zahlungen und Finanzhilfen an die defizitäre Tochter eingestellt. Die Folge für das Geschäft in Deutschland: Insolvenz. BenQ hat am Donnerstag angekündigt, für die deutsche Mobiltelefonsparte BenQ Mobile GmbH & Co OHG Gläubigerschutz beim Amtsgericht München zu beantragen. Die Produktion und Entwicklung von Handys der Marke BenQ-Siemens soll künftig ausschließlich in Asien erfolgen, erklärte die Deutschlandtochter.

Grund sei, die in Deutschland enttäuschende Umsatz- und Margenentwicklung des im vergangenen Jahr übernommenen Siemens-Handygeschäfts, sagte der BenQ-Mobile-Manager Marco Stülpner auf einer überraschend in München angesetzten Pressekonferenz. „Wir sind deutlich hinter den uns ursprünglich uns selbst gesetzten Zahlen“, fügte er hinzu. Auch das kommende Weihnachtsgeschäft werde deutlich unter den Erwartungen liegen. Nun fehlten die nötigen flüssigen Mittel.

Wegen der Einstellung weiterer Finanzhilfen durch den Mutterkonzern und dem daraus entstehenden Liquiditätsmangel müsse BenQ Mobile in den nächsten Tagen Insolvenz beim Amtsgericht München beantragen. „Welche Folgen die Insolvenz für die Standorte hat, können wir noch nicht beurteilen“, sagte Unternehmenssprecher Stefan Müller. „Wir sind total überrascht und müssen erst mal abwarten“, fügte er hinzu. Die Produktion solle jedoch vorerst weiter laufen.

Betroffen sind die Zentrale in München mit 1400 Beschäftigten sowie die Produktionsstandorte in Bocholt und Kamp-Lintfort mit insgesamt 1600 Mitarbeitern. BenQ will das Geschäft mit Handys der Marke BenQ-Siemens laut Mitteilung aus Asien heraus fortführen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Böse Nachrichten für Infineon

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