Informationstechnologie
Game Over

Während die amerikanische IT-Branche sich im Silicon Valley vor dem heraufziehenden Sturm verschanzt, bleibt die deutsche Konkurrenz bisher gelassen. Vor allem den US-Newcomern macht die Finanzkrise zu schaffen.

SAN FRANCISCO. Die Szene hätte Francis Coppolas blutrünstigem "Dracula" alle Ehre gemacht: Vor einem dunkelblau dräuenden Wolkenhimmel ragt ein finsteres Grabmal in die Höhe, darin ist mit blutroten Lettern gehauen: "R.I.P. Good Times" - Ruht in Frieden, ihr guten Zeiten. Was vor einigen Tagen eine exklusive Gemeinde von IT-Unternehmern im Hauptquartier ihrer Risikokapital-Firma Sequoia Capital erschauern ließ, schockiert jetzt das ganze Silicon Valley: das düstere Overhead-Endzeitgemälde für die IT-Branche.

Danach sind die goldenen Zeiten vorbei - vorerst zumindest und für einige. Die Prognosen sind düster, das zeigt die Entwicklung der Internet-Ikone Yahoo: Weitere zehn Prozent der Belegschaft müssen gehen, 1 500 Mitarbeiter trifft es. Der Konzern reagiert damit auf den erneuten Gewinnbruch: Im dritten Quartal sackte der Nettogewinn um zwei Drittel auf 54,3 Millionen Dollar. Ein Grund für die Misere: Die Kunden streichen angesichts der Wirtschaftsflaute ihre Werbebudgets zusammen.

Yahoo klinkt sich mit seiner Ankündigung in eine lange Reihe von Krankmeldungen der IT-Branche in den USA: Intel, Ebay, Cisco und selbst Google haben seit Anfang 2008 erhebliche Einbußen zumindest bem Börsenwert hinnehmen müssen. Apocalypse now in der US-Techbranche?

Wer den Abgesang auf das Silicon Valley anstimmen will, greift in San Francisco zu einer Zahl: Die Aktien des größten Elektronik-Kaufhauses "Best Buy" sind um 38 Prozent gefallen - ein Beleg, dass auch US-Konsumenten im Elektronik-Sektor den Geiz entdecken. Fatal für die IT-Branche: Ausgerechnet auf diesen Markt ist sie verstärkt eingeschwenkt. 2008 gingen weltweit 44 Prozent der verkauften Computer in Privathaushalte, 1996 waren es nur 29 Prozent. Marktforscher von Forrester sagen einen Einbruch auf dem Elektronikmarkt von 50 Prozent voraus.

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