Informationstechnologie
Schwellenländer treiben das Wachstum

Die Konjunktur bröckelt - auch in den Schwellenländern. Vor allem Telekomanbieter, die in Staaten investiert haben, deren industrielle Entwicklung noch nicht weit fortgeschritten ist, bekommen das zu spüren. Analysten waren von Anfang an skeptisch.

BARCELONA. Die Konjunkturkrise setzt den Telekomanbietern in den Schwellenländern zu. "Unsere monatlichen Umsätze dort sind im Moment sehr volatil", sagte Jon Fredrik Baksaas, Chef des norwegischen Telekomanbieters Telenor, dem Handelsblatt. Telenor erzielt knapp die Hälfte seines Umsatzes von zuletzt 12,5 Mrd. Euro in Osteuropa und Asien.

Baksaas setzt aber trotzdem weiterhin auf die Märkte der Schwellenländer: "Unsere Investitionen dort sind langfristig angelegt, auf eine Dauer von zehn Jahren - und so lange wird die Krise ja hoffentlich nicht dauern." Telenor ist derzeit dabei, sich für knapp eine Mrd. Euro an dem indischen Mobilfunknetzbetreiber Unitech Wireless zu beteiligen. Die Investoren straften ihn dafür ab, aus der geplanten Kapitalerhöhung zur Finanzierung wurde nichts. Doch Baksaas ließ sich nicht beirren, strich kurzerhand die Dividende und nahm einen Kredit auf, um den Markteintritt in Indien zu finanzieren.

"Als wir 1996 nach Bangladesch gegangen sind, hat uns auch jeder für verrückt erklärt", sagte er. "Inzwischen haben wir bewiesen, dass wir dort ein wettbewerbsfähiges Unternehmen aufgebaut haben." Die Tochter Grameenphone erzielt beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) eine Marge von 45 Prozent - das ist mehr als etwa der deutsche Marktführer T-Mobile erreicht. Neben Bangladesch betreibt Telenor in Asien auch Netze in Thailand, Malaysia und Pakistan.

Anders als Mitte der 90er-Jahre sind die Schwellenländer für die Telekombranche inzwischen hoffähig geworden. Vor der Krise galten sie sogar als Heilsbringer, da dort - anders als in den gesättigten Märkten der Industrienationen - noch Wachstum zu holen war. Die globale Rezession hat die Lage zwar schwieriger und unsicherer gemacht, die Bedeutung dieser Länder für die Branche aber nicht geschmälert, so der Tenor auf der Mobilfunkmesse in Barcelona.

Investoren sehen das allerdings anders. Ihnen macht das Engagement der Telekomanbieter in den jungen Volkswirtschaften momentan Angst. Der Aktienkurs von Telenor hatte sich zu Beginn des Abschwungs fast halbiert. Auch Wettbewerber wie Telefónica, die stark in Lateinamerika vertreten sind, haben gelitten. Konservativ aufgestellte Unternehmen wie die Telekom gehörten dagegen zu den Gewinnern.

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