Ingenieurteam wechselt zum Partner Intel
HP steigt bei der Chip-Entwicklung aus

Der IT- Konzern Hewlett-Packard (HP) beendet sein Joint-Venture mit dem Chip-Riesen Intel für die Entwicklung des „Itanium“-Hochleistungsprozessors. Die Entwicklung des Itanium-Prozessors wird künftig allein von Intel fortgeführt. Das mehrere hundert Mann starke Itanium- Entwicklerteam von HP wechselt zu Intel.

jkn/tnt FRANKFURT/M. HP beschränkt sich künftig auf die Entwicklung von Hardware und Software für hochpreisige Netzwerkrechner, auf denen der Itanium Chip zum Einsatz kommen soll. HP kündigte gestern an, in den kommenden drei Jahren drei Mrd. US-Dollar in die Weiterentwicklung der entsprechenden Server-Technologie zu investieren.

Trotz dieses Teilrückzuges dementierte ein HP-Sprecher Spekulationen, HP werde sich komplett aus dem Itanium-Projekt zurückziehen. „Es gibt ein klares Bekenntnis von HP. Wir zahlen weiter dafür“, sagte er. Allerdings wird dieses Geld nicht mehr direkt in die Itanium-Entwicklung fließen, sondern in die HP-eigenen Server-Plattform Integrity. HP taxiert den Weltmarkt in dieser Serverklasse auf rund 20 Mrd. Dollar.

Der Itanium-2 ist das Produkt einer 1994 gestarteten Zusammenarbeit von Intel und HP. Ziel war es, einen Chip zu bauen, der statt der heute noch gängigen 32-bit-Technologie die leistungsfähigeren 64-bit-Anwendungen verarbeiten kann. Damit sollte der Itanium ursprünglich der Nachfolger der heutigen breit eingesetzten x86-Prozessoren von Intel werden.

Allerdings war dem Itanium bisher noch nicht der große Erfolg beschieden. Die ersten marktfähigen Chips kamen 2001 mit rund zweijähriger Verspätung. Zudem zeigten sie Schwächen bei der Verarbeitung von 32-bit-Programmen, die aber noch bei den meisten Unternehmen laufen. In Folge dessen kam der Itanium fast ausschließlich bei Hochleistungs-Servern zum Einsatz.

Diese Schwäche nutzte Intels Erzrivale, die wesentlich kleinere AMD, aus und präsentierte vor einiger Zeit einen auf 64-bit aufgebohrten Chip (Opteron). Er kam auch mit den bestehenden Anwendungen gut klar und wurde rasch zum Erfolg. Intel sah sich deshalb in diesem Jahr gezwungen, dem AMD-Konzept zu folgen und neben dem Itanium seinen aktuellen 32-bit-Chip, den Xeon, auf 64-bit zu erweitern.

Damit droht dem Itanium ein Nischendasein, was sich auch in den aktuellen Marktzahlen widerspieelt. So wurden nach Berechnungen von IDC allein im dritten Quartal dieses Jahres 60 000 Netzwerkrechner mit dem neuen 64-bit-Xeon-Chip verkauft. Dagegen erwarten die Marktforscher, das der Itanium im gesamten Jahr erstmals über die Schwelle von 100 000 kommt.

In Deutschland gab HP unterdessen bekannt, dass der Computerkonzern bis Ende kommenden Jahres 350 Stellen abbauen will. Ein Teil davon entfällt auf den Standort Köln, der geschlossen wird. Betroffen sind nach Angaben von Uli Holdenried, seit kurzem neuer Chef der deutschen HP-Tochter, 160 Mitarbeiter, die im Vertrieb und im Kundendienst arbeiten. „Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat laufen. Wir können noch nicht sagen, wann der Standort geschlossen wird. Es soll aber im Laufe des kommenden Jahres sein“, sagte Holdenried. Nach dem Zusammenschluss mit dem Computerkonzern Compaq beschäftigt HP in Deutschland heute etwa 10 000 Mitarbeiter.

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