Inkasso-Dienstleister fusionieren
Abit und Phinware geben sich das Ja-Wort

Die Inkasso-Dienstleister Abit und Phinware fusionieren. Da Phinware eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Börsenaspiranten GFKL Financial Services AG ist, wird GFKL nach der Fusion wohl 35 bis 38 Prozent am Abit-Grundkapital halten. An der Börse wurde das Fusionsvorhaben mit deutlichen Kursverlusten der Abit-Aktie quittiert.

HB MEERBUSCH. „Phinware passt nahezu optimal zu Abit“, sagte Abit-Chef Jürgen Baltes am Freitag. Während zu den Abit-Kunden Banken wie die HVB (Hypo-Vereinsbank) oder Genossenschaftsbanken gehörten, habe Phinware seinen Schwerpunkt bei Industrieunternehmen wie Eon, RWE oder bei Kommunen und öffentlichen Verwaltungen. Die Verschmelzung der Firmen solle nach den zu erstellenden Unternehmensbewertungen sowie einer außerordentlichen Hauptversammlung der Abit im Januar 2004 abgeschlossen sein, kündigte Baltes an. Das unter Abit AG firmierende neue Unternehmen mit Sitz in Meerbusch wird künftig etwa 230 Mitarbeiter beschäftigen und rund 20 Mill. € umsetzen.

Abit peile in diesem Jahr einen Umsatz von 14 Mill. € an und einen operativen Gewinn, sagte Baltes weiter. Auch unter dem Strich werde möglicherweise ein kleiner Gewinn anfallen. 2002 hatte Abit bei einem Umsatz von 16,4 Mill. € unter dem Strich einen Verlust von sieben Mill. € verbucht. Phinware werde voraussichtlich 2003 etwa fünf Mill. € umsetzen und einen Gewinn von 0,5 Mill. € erzielen.

GFKL ist eine Leasing- und Financial-Outsourcing- Gesellschaft, an der unter anderem Goldman Sachs, die Ergo Versicherungsgruppe und die WestLB beteiligt sind. Das Unternehmen erzielte 2002 einen Umsatz von 429 Mill. € und einen Vorsteuergewinn von 17,6 Mill. €.

Die bereits unterzeichnete Grundsatzvereinbarung sieht nach den Worten Baltes vor, dass die GFKL Phinware im Zuge einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage bei Abit einbringen wird.

GFKL werde dann wohl zwischen 35 und 38 % am Grundkapital der neuen Abit halten. Gemäß dem Wertpapiergesetz habe GFKL allen Abit-Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreitet. Der Preis sei mit vier Euro nur knapp über dem gesetzlichen Mindestpreis festgelegt worden, da GFKL nicht an einer vollständigen Übernahme von Abit interessiert sei, fügte Baltes hinzu. Weiterer Großaktionär der Abit ist seit Sommer dieses Jahres die französische MCS et Assicies SA mit einem Anteil von 12,41 %.

Die im Prime-Standard notierte Abit-Aktie, die am Donnerstag mit 5,80 € ein Jahreshoch erreicht hatte, gab am Freitag zunächst knapp 14 % nach. Am Nachmittag lag das Papier noch rund elf Prozent im Minus bei 4,81 €.

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