Innovationen auf Befehl
Im Silicon Valley Russlands fehlen Fachkräfte

Russland plant nahe Moskau ein eigenes Silicon Valley. Doch dafür fehlen die IT-Experten. Oligarch Viktor Wekselberg will ausgewanderte Russen zurückholen und wirbt um die Fachkräfte – doch die sperren sich.
  • 7

MOSKAU. Es war ein schmuddeliger Februartag, als Mischa Birman zum ersten Mal seit 15 Jahren in seine Heimatstadt Moskau zurückkehrte. Draußen waltete strenger Frost, Gastarbeiter droschen mit Pickeln das Eis vom Gehweg.

Drinnen, bei Microsoft im leblosen Moskauer Krylatski-Viertel, war das Klima ebenso eisig: „Die tragen da Schlips und Kragen, keiner lächelt“, berichtet der ausgewanderte IT-Spezialist. Das folgende Vorstellungsgespräch ging schief: Microsoft Russland bot dem Programmierer ein Zehntel des Gehalts, das er bei Microsoft in Mountain View verdient.

Längst ist Mischa Birman zurück in Kalifornien, wo selbst im Spätherbst die Sonne scheint und Amerikas Innovationscluster Silicon Valley bei 20 Grad im Schatten wärmt. Er sagt: „In Russland gibt der Manager einen Befehl, der Arbeiter setzt ihn um. So kann das Land nicht innovativ werden.“

Dabei braucht Russland IT-Experten wie Birman und hervorragende Ingenieure nötiger denn je. Kremlchef Dmitrij Medwedjew will, dass sein Land etwas anderes exportiert als Öl und Gas – Software etwa, Nano- oder Biotechnik. Viktor Wekselberg, der russische Oligarch und Vertraute des Präsidenten, soll im Dörfchen Skolkowo bei Moskau ein Innovationszentrum aus dem Boden stampfen, Russlands Silicon Valley. Das Skolkowo-Projekt sei „kein Traum“, sagte Wekselberg dem Handelsblatt, „sondern Teil einer neuen russischen Wirtschaftspolitik. Wir wollen Grundlagen schaffen, damit Russland künftig Innovationen exportiert.“

Drei Delegationen waren im Valley

Aus eigener Kraft werden die Russen das aber nicht schaffen. Deshalb werben sie um industrielle Partner aus dem Ausland. Zugesagt haben bereits Siemens, Nokia, Microsoft und Cisco.

Noch wichtiger sind aber die IT-Experten. Die Russen umgarnen allein in Kalifornien rund 80 000 hochbegabte Auswanderer. Dreimal reisten Delegationen aus Moskau dieses Jahr schon ins Silicon Valley, Oligarch Wekselberg höchstpersönlich warb bei ihnen für sein Projekt.

„Viele unserer Landsleute hier sind seit Jahren nicht mehr in Russland gewesen“, sagt der Milliardär, „die können gar nicht wissen, wie sich Russland verändert.“ Insofern brauche es Zeit und Überzeugungsarbeit, um sie zu begeistern. Im Technologiepark Skolkowo, der bis 2012 bezogen werden soll, plant Wekselberg Steuererleichterungen für in- und ausländische Investoren, den Abbau von Zollhürden und eine einfachere Zulassung von Mitarbeitern aus dem Ausland.

Seite 1:

Im Silicon Valley Russlands fehlen Fachkräfte

Seite 2:

Kommentare zu " Innovationen auf Befehl: Im Silicon Valley Russlands fehlen Fachkräfte"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Russland kann bis jetzt nicht einmal einen eigenen zeitgemäßen PKW entwickeln, ohne im Westen z. b. bei Opel abzukupfern. Wie soll dann eine hochorganisierte und hochspezialisierte derartige Dienstleistungsindustrie entstehen? Russland hat keine wirklich eigene und natürlich gewachsene industrietradition, die auf dem Wissen und den Erfahrungen von Generationen gewachsen ist, wie das z. b. in Deutschland der Fall ist. Abgesehen von der Waffenindustrie gibt es nichts in Russland, was an technischen Artikeln im Ausland verkäuflich wäre. innovationen kann niemand befehlen, auch wenn genug Geld zur Verfügung stehen. Vergangenheit, Gegenwart und der zukünftige Erwartungshorizont müssen von nachvollziehbaren nationalen und menschlichen individuellen Werten unterlegt sein, sonst wirds nichts! Wenn selbst Medwedjew Korruption und magelnde soziale infarstruktur in seinem Lande als Regel des Gesamtgefüges "Russland" postuliert, dann sind deratigen Ambitionen fehl am Platze. Russland ist ein Land, das mit der Maschinenpistole saubergemacht werden müßte und man müßte wahrscheinlsich zwischen 40 und 80% der männlichen bevölkerung ausrotten oder mindestens einsperren, um dort irgend etwas zu ändern, aber dies ist nach ethischen Maßstäben weder verantwortbar, noch zumutbar, deshalb kann man das Ansinnen der Staatsführung und der Oligarechen schon jetzt als "Schuß in den Ofen" abhaken. Russland befindet sich näher an der barbarei, als an der Zivilisation.

  • Was haben Russische und EU-Abgeornete nicht gemeinsam.Die sperren auch niemanden ein,nein Die seelischen Grausamkeiten des Missbrauchs in der Katholischen Kirche und die Verwässerung jetzt,Quelle kaufte bettwäsche in der DDR wer nähte die eigentlich Gelbes Elend,du Kannst den Schrott sehr gut vergleichen ob EU oder Stalins SU sie beruht aud Angst der Menschen um ihre Existens,und damit meine ich nackte existens denn weiter so Gelddrucken endet genau da und dann hört sie auf die Zivilisation.Ob die Stasi mit hört oder der Areitgeber dich überwacht zuerst kommt das Fressen und dann die Moral.mit jeden Schein der in Honneckers Taschen floss natürlich D-Mark wurden die Herrschenden am leben gehalten.Die geheim diplomatie Frankreich,England,Polen wie retten wir die DDR,schon vergessen.i stehen einen Zusammenbruch gegenüber den die Wt noch nicht gesehen hat und davor haben sie Angst die lumpeneliten und da kann mann sehr wohl vergleichen mit deiner ehmaligen DDR

  • [4] Morchel: „Der jahrzehnte lange Machtmissbrauch gehört aufgearbeitet“

    Karl Nolle, bundestagsabgeordneter der SPD meinte mal, dass mindestens ein Jahrzehnt vergehen würde, die Verbrechen der beamten in den neuen bundesländern aufzuarbeiten. (bestes beispiel der Sachsen-Sumpf).

    Doch dann kam De Maiziere, und alles wurde wieder gut. Man sperrte lieber Unschuldige ein – u.a. auch mich!!
    Nicht vergessen – nicht vergeben!!

    Noch schlimmer geht nimmer. Was soll man mit staatlich promovierten Witzfiguren und Mistgabel-Schwinger machen, die den Tag nur damit verbringen nachzudenken, wie sie sich von kleinen, illegal eingeschleusten Zigeunerkindern die Schwänze lutschen lassen können?

    Diesen Ab.scha.um an Stasis können Sie doch nicht mit der EU und Russland vergleichen.
    http://amadeus.bplaced.net/wordpress/?p=72

    Schily: „Das Herrschaftssystem der DDR hat ein großes Maß an geistiger Zerstörung hinterlassen“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%