Inside: Autostrade
Lehrreiche Lektion

Eigentlich war die neue italienische Regierung unter Romano Prodi als europafreundlich angetreten. Marktliberal gab sich der ehemalige EU-Kommissar noch im Wahlkampf im Frühjahr. Nun aber bekommt der Autobahnbetreiber Autostrade zu spüren, wie weit es mit der Liberalität her ist.

MAILAND.Im April kündigten Autostrade und der spanische Konkurrent Abertis ihre Fusion zum größten europäischen Autobahnbetreiber an. Zunächst schien es, als würde der Zusammenschluss glatt laufen; die Märkte bejubelten den Deal. Doch dann regte sich der Widerstand der italienischen Politik. Im August erreichte das protektionismusverdächtige Verhalten der Regierung seinen Höhepunkt.

Gemeinsam lehnten Wirtschaftsminister Tommaso Padoa-Schioppa und Infrastrukturminister Antonio Di Pietro die Fusion ab. Ihre Begründung: Sie verstoße gegen ein Gesetz von 1997, das die Beteiligung von Baukonzernen an Autobahnbetreibern verbietet – der spanische Baukonzern ACS ist mit 24 Prozent an Abertis beteiligt.

Die Blockade der italienischen Regierung hat Brüssel auf den Plan gerufen: Sowohl EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes als auch Binnenmarktkommissar Charles McCreevy verlangen Erklärungen. Nun wird sich Italiens Regierung äußern müssen. Angesichts der jüngsten Präzedenzfälle – in Polen hat die EU-Kommission durchgesetzt, dass die italienische Großbank Unicredit trotz politischen Widerstands die dortige HVB-Tochter übernehmen darf – können sich Prodi und seine Minister ihre sture Haltung nicht wirklich leisten.

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