Inside: Axel Springer
Rückkehr zum Boulevard

Mathias Döpfner ist ein Mann mit Fortune. Am Montag berief Time Warner den Vorstands-Chef des Zeitungshauses Axel Springer in das Leitungsgremium des weltgrößten Medienkonzerns. Für den 43-Jährigen, der öffentlichen Eitelkeiten gerne und oft erliegt, ist das der mediale Ritterschlag.

DÜSSELDORF. Zu allem Überfluss stimmt auch noch privat die Kasse. Denn der gelernte Musikwissenschaftler und frühere Redakteur der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erwarb kürzlich 680 000 Springer-Aktien zum erheblich herabgesetzten Preis von nur 77 Euro - ein privates Geschenk der Verlegerwitwe Friede Springer an ihren Vertrauten. Seit vier Jahren steht Döpfner nun an der Spitze von Europas größtem Printkonzern. Längst ist der Absturz in die roten Zahlen vergessen. Im ersten Halbjahr erzielte Springer eine Ebita-Rendite von rund 15 Prozent.

Dennoch: Der Bild-Konzern benötigt dringend eine Wachstumsperspektive. Sein Versuch, die Mehrheit am Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1 zu übernehmen, ist im Februar kläglich gescheitert. Hauptgrund: Das Milliardengeschäft war schlecht vorbereitet. Döpfner hatte die Wettbewerbsbehörden, allen voran das Bundeskartellamt, sträflich unterschätzt. Das hat sich bitter gerächt. Nach dem Veto aus Bonn musste der Printkonzern seine Fernseh-Träume begraben.

Doch Döpfners Management-Talent beweist sich in Krisensituationen. Nach dem Fernseh-Waterloo hatte er flugs eine neue Strategie parat. Die neue Losung: Wachstum über das Internet und im Ausland. Trotz mancher Zukäufe wie zuletzt der Übernahme der Preis- und Produktsuchmaschine Idealo spielt bei Springer das Internetgeschäft bisher nur eine marginale Rolle. Genaue Zahlen nennt Springer nicht - aus gutem Grund. Eigentlich müsste der Konzern längst weiter sein. Denn bereits zum Höhepunkt der New Economy im Jahr 2000 war Döpfner Vorstand für Multimedia. Aus seinen hochfliegenden Plänen von damals ist aber wenig geworden.

Seite 1:

Rückkehr zum Boulevard

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%