Inside: Dell
Ab in den Supermarkt?

Ein Vierteljahr hat sich Michael Dell Zeit gelassen und zur Zukunft seines Unternehmens geschwiegen. Vergangene Woche dann die erste öffentliche Äußerung seit Dell Ende Januar wieder die Macht im zweitgrößten PC-Hersteller der Welt übernommen hat. Und siehe da: Der 42-jährige Firmengründer plant Veränderungen, wie sie der texanische Konzern schon lange nicht mehr erlebt hat.

MÜNCHEN. Erstmals ist Dell bereit, vom ausschließlich direkten Verkauf seiner Rechner an die Kunden abzurücken und auch den Vertrieb über den Einzelhandel in Betracht zu ziehen.

Dies zeigt, wie ernst die Lage ist. Denn Dell hat seine Computer bislang grundsätzlich nur per Internet oder Telefon verkauft. Eigene Geschäfte oder gar die Belieferung von Händlern waren für das Unternehmen tabu.

Die selbst auferlegte Beschränkung hat ihren Grund: Mit dem Direktverkauf ist Dell in 20 Jahren zu einem der größten und profitabelsten PC-Produzenten der Welt aufgestiegen.

Seit ein, zwei Jahren zeigt sich aber, dass Dell seine Vorreiterrolle verloren hat. Das Unternehmen wächst längst nicht mehr so stark wie all die Jahre zuvor. Vorbei sind die Zeiten, da die Wettbewerber neidisch nach Austin blickten. Selbst der lange Zeit schwer angeschlagene Erzrivale Hewlett-Packard ist wieder eine ernsthafte Bedrohung. HP hat die Milliardenübernahme von Compaq inzwischen verkraftet und ist nicht mehr nur mit sich selbst beschäftigt. Schon hat Hewlett-Packard die Firma Dell an der Spitze der größten Computerhersteller der Welt wieder hinter sich gelassen.

Dazu kommt, dass der Direktvertrieb an Grenzen stößt. Beispiel Deutschland: Hier ist Dell in den vergangenen Jahren zwar kräftig gewachsen. Aber vor allem Privatkunden scheuen sich nach wie vor, ihre Rechner per Telefon oder Internet zu bestellen. Stattdessen tragen sie wie eh und je die Rechner von Fachmärkten aber auch Discountern wie von Aldi oder Lidl nach Hause.

Zugegeben: Das Geschäft der Discounter hat sich beruhigt. Die Menschen stehen schon längst nicht mehr drängelnd vor der Tür, wenn es bei Aldi einen neuen PC gibt. Dass der Weg in die heimischen Arbeitszimmer aber nach wie vor über Händler führt, beweist Acer. Mit aggressiven Angeboten in Fachmärkten und Kaufhäusern haben es die Taiwanesen geschafft, auf Rang drei der größten PC-Anbieter in Deutschland vorzustoßen – vor Dell.

Seite 1:

Ab in den Supermarkt?

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%