Inside: Free: Netz-Fantasien

Inside: Free
Netz-Fantasien

Frankreichs Telekommunikationsmarkt steht vor einer Neuordnung: Mit der Übernahme der zweitgrößten Festnetzgesellschaft Neuf schwingt sich Vivendis Mobilfunk-Tochter SFR zu einem echten Rivalen von France Télécom auf. Nun richten sich die Blicke auf den dritten im Bunde: Free - für die Tochter des DSL-Anbieters Iliad brechen ungemütliche Zeiten an.

PARIS. Free braucht dringend ein eigenes Mobilfunk-Angebot, um im Konzert der Großen weiter mitspielen zu können. Zwei Optionen bieten sich an: Der teure Aufbau eines eigenen Netzes via Erwerb der vierten Mobilfunk-Lizenz in Frankreich. Diesen Plan verfolgt das Management. Die Alternative: Ein Zusammenrücken mit der Nummer drei im Mobilfunk-Markt, Bouygues Telecom.

Free ist der Shooting-Star des französischen Telekom -Marktes. Dank vieler Innovationen wie dem Triple Play (TV, Web und Telefon über ein Modem) hat Gründer Xavier Niel Free zu Frankreichs drittgrößtem Anbieter von schnellen DSL-Webzugängen gemacht. Doch der DSL-Markt ist zunehmend gesättigt. Und die Konkurrenz wie Neuf hat technischen Neuerungen wie Triple Play längst auch im Programm.

Der Wachstumsträger des Telekom -Geschäfts wird mobiles Internet sein. So selbstverständlich es heute ist, von überall telefonieren zu können, so selbstverständlich wollen morgen die Nutzer in DSL-Tempo mit dem Handy im Web surfen.

Dafür sind enorme Netzkapazitäten erforderlich, die nur durch ein Zusammenschalten von Festnetz und Mobilnetzen möglich sind. SFR hat dies eingesehen und greift daher nun nach Neuf. Free will nun das eigene Mobilfunk-Angebot aufbauen und die vierte UMTS-Lizenz erwerben. Doch der Aufbau des eigenen Mobilfunk-Netzes könnte die kleine Gesellschaft überfordern.

Schneller und viel billiger wäre es, würde Free-Mutter Iliad sich mit Bouygues Telecom auf ein Zusammengehen verständigen. Beide Unternehmen würden von solch einer Allianz profitieren: Free bekäme Zugriff auf ein ausgebautes GSM-Netz. Bouygues wiederum könnte im mobilen Internet massiv SFR und France Télécom angreifen, da es mit Frees Glasfaser-Netz ausreichend Übertragungskapazitäten bekommt. Hinzu kommen Synergien wie Cross-Selling und Einsparungen durch gemeinsames Netz-Management.

Doch das Power-Duo dürfte eine schöne Idee bleiben - zu unterschiedlich sind beide Unternehmenskulturen. Xavier Niel ist ein Internetpionier. Martin Bouygues ist Bau-Unternehmer. Bleibt Free nur der Ausweg, selbst ein Netz aufzubauen.

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