Inside: Groupe Bruxelles Lambert
Mächtige Minderheit

Minderheitsaktionäre haben in der Regel wenig zu lachen. Es sei denn, dieser Minderheitsaktionär heißt Albert Frère. Der belgische Baron zählt mit seiner Holding Groupe Bruxelles Lambert (GBL) zu den einflussreichsten Investoren auf dem europäischen Kontinent.

PARIS. Bei einem der heißesten Deals dieser Tage, der geplanten Fusion von Suez und Gaz de France, dürfte der Self-Made-Milliardär noch so manche Strippe ziehen: Denn mit seinen 12,4 Prozent Stimmrechten bei Suez dürfte es entscheiden von Frère abhängen, ob und wie der Deal über die Bühne geht. Vor allem beim geplanten Umtauschverhältnis von eins zu eins dürfte noch nicht das letzte Wort gesprochen sein; es bevorzugt die Gaz de France-Eigner.

Trotz seiner 80 Lebensjahre sollte niemand Albert Frères Tatendrang unterschätzen: Im Januar stieg er überraschend mit 6,5 Prozent beim Zementriesen Lafarge ein. Mittlerweile gehören ihm rund zehn Prozent. Im März kaufte er 6,1 Prozent des Baukonzerns Eiffage.

Frère geht bei seinen Deals in der Regel nach dem gleichen Prinzip vor. Er steigt – meist ungefragt – im Kapital einer unterbewerten Gesellschaft ein, baut stückweise seine Beteiligung aus und nimmt diskret, aber umso effektiver Einfluss auf das Management, um den Wert seiner Beteiligung zu steigern. Nach ein paar Jahren steigt Frère dann wieder mit Gewinn aus.

In Deutschland ist der Baron aus Belgien mit dem Bertelsmann-Deal berühmt geworden: Beim Gütersloher Medienriesen stieg Frère im Jahr 2001 mit 25,01 Prozent ein, indem er Bertelsmann seinen Anteil von 29,9 Prozent an der RTL Group überließ. Fuchs Frère ließ sich von der Familie Mohn damals die Exit-Option sichern, notfalls per Börsengang seine Beteiligung wieder veräußern zu können. Das Ende ist bekannt: Um den Gang an die Börse zu verhindern, war Liz Mohn bereit, dem belgischen Finanzprofi seine Bertelsmann-Anteile für stolze 4,5 Milliarden Euro abzukaufen.

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