Inside: Infineon
Stabile Gewinne sind Pflicht

Drei Jahre steht Wolfgang Ziebart jetzt an der Spitze von Infineon. Wirtschaftlich betrachtet sieht die Bilanz des Ex-Conti-Vorstands mager aus. Denn unterm Strich steht die frühere Siemens-Tochter nicht besser da als nach dem plötzlichen Abgang von Ziebarts umstrittenem Vorgänger Ulrich Schumacher im Frühjahr 2004.

MÜNCHEN. Noch immer schreibt der zweitgrößte Chipproduzent Europas tiefrote Zahlen. Auch der Aktienkurs hat sich enttäuschend entwickelt, der Dax ist seither wesentlich stärker gestiegen als die Infineon-Papiere. Dazu kam jüngst eine peinliche Posse, als der neue Finanzvorstand nach nur drei Monaten schon wieder gehen musste.

Dass sich Ziebart trotzdem gehalten hat, liegt an seiner Kärrnerarbeit hinter den Kulissen. Denn der Ingenieur hat von Anfang an betont, dass die Sanierung von Infineon nicht über Nacht erfolgreich sein würde. Doch der Reihe nach: Erst trennte sich der Manager von Randgebieten, dann machte er gegen heftigen Widerstand der Belegschaft ein veraltetes Werk am Stammsitz in München dicht und investierte stattdessen in eine neue Fabrik im Wachstumsmarkt Asien.

Vergangenes Jahr dann der größte Einschnitt: Ziebart stellt seine Speichersparte unter dem Kunstnamen Qimonda auf eigene Beine und bringt sie in New York an die Börse. Anfang der Woche kündigt er nun an, dass der Anteil an Qimonda demnächst von derzeit 86 Prozent auf bis zu 72 Prozent abgebaut wird. In spätestens anderthalb Jahren will sich Infineon ganz von Qimonda verabschieden.

Die Trennung von Qimonda ist der wichtigste Punkt in Ziebarts Sanierungsplan. Denn das Speichergeschäft schwankt stark und beschert Infineon neben satten Gewinnen immer wieder hohe Verluste. Stattdessen will sich der ehemalige BMW-Manager künftig ganz auf das berechenbarere Geschäft mit Chips für Autobauer, für die Kommunikationsbranche sowie einige andere Industrien konzentrieren.

Das Problem dabei ist, dass auch die Kommunikationssparte, also eines der beiden künftigen Standbeine, derzeit noch keine schwarzen Zahlen schreibt. Der Geschäftsbereich soll zum Jahresende die Gewinnschwelle erreichen, hat Ziebart versprochen. Derzeit sieht es so aus, als sei die Sparte auf gutem Weg. In den vergangenen Monaten sind wichtige Aufträge ins Haus gekommen, unter anderem für das Modehandy i-Phone von Apple. Außerdem hinaus hat der Bereich bei Nokia, dem weltgrößten Handyhersteller, einen Fuß in die Tür gesetzt.

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