Inside: Motorola
Ebbe in der Pipeline

Bislang galt Motorola-Chef Ed Zander als eine Art Wunderheiler: Unter seiner Führung konnte sich der kränkelnde Konzern ein Stück seiner ehemaligen Stellung als Weltmarktführer zurückerobern. Doch eins wird immer klarer: Zander erntete, was andere gesät hatten

PORTLAND. Erst kamen enttäuschende Ergebnisse, dann kaufte Großanleger Carl Icahn 1,4 Prozent der Anteile und forderte einen Sitz im Verwaltungsrat. Als nächster Schock bei Motorola folgte der Rücktritt des angesehenen Handy-Chefs Ron Garriques, der zu Dell ging. Und nun wollen zwei erfahrene Aufsichtsrats-Mitglieder, Pepsico-Chefin Indra Nooyi und Laurance Fuller, nicht erneut kandidieren. Bei Motorola häufen sich erneut die Probleme und die Kritik an Chief Executive Ed Zander wird lauter.

Dabei wurde Zander, seit Anfang 2004 an der Motorola-Spitze, lange als eine Art Wunderheiler gefeiert. Als langjähriger Technik-Manager, zuletzt von Sun Microsystems, schien er der richtige Mann, um dem dümpelnden Traditionsunternehmen aus Illinois den Kalk aus den Gliedern zu schütteln. Zum 75. Firmenjubiläum im September 2003 war Gründerenkel Chris Galvin zurück getreten, nachdem der Konzern Milliarden im Satelliten-Abenteuer Iridium versenkt und den Wechsel von analoger zu digitaler Mobiltelefonie verschlafen hatte. Weil Galvins Krisenmanagement nicht zu greifen schien, verlor die Aktie vier Fünftel ihres Wertes.

Tatsächlich wehte unter Zander bald ein frischer Wind. Die verlustreiche Halbleitersparte wurde entflochten und Motorola brachte etliche neue Handy-Modelle heraus, darunter den Renner Razr. Der Handy-Pionier und einstige Marktführer meldete sich mit Macht zurück und nahm Konkurrenten wie Nokia, Samsung und LG laufend Marktanteile ab.

Die Erträge stiegen, und die Aktie, 2003 für rund acht Dollar zu haben, kostete Mitte 2006 wieder über 26 Dollar. Unter Zander wuchs der Umsatz von knapp 30 auf 43 Milliarden Dollar. Rückschläge wie der Wechsel von Chief Operating Officer Mike Zafirovski zu Nortel und der Tod des angesehenen Marketing-Dynamos Geoffrey Frost schienen den Zander-Express nicht aufhalten zu können.

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