Inside: Nintendo
Am Puls der Spieler

Nintendo ist derzeit so erfolgreich, dass die Gesetze der Branche für das Unternehmen nicht mehr zu gelten scheinen: Eigentlich sind Spielkonsolen ein stark saisonal geprägtes Geschäft. Doch die Nachfrage nach den neuen Wii-Konsolen reißt nicht ab. Nun kommt Nintendo mit der Produktion nicht mehr nach. Was die Spieler quält, freut die Aktionäre.

DÜSSELDORF. Schlechte Nachrichten für Fans von Nintendo: Wer hoffte, bis zum Weihnachtsfest noch eine der neuen Wii-Spielkonsolen zu ergattern, wird wohl enttäuscht. Wie die Konzernführung jüngst zugab, sieht man sich nicht imstande, die Produktion der Konsolen zum Jahresende nochmals nennenswert anzuheben. Hundertausende von geplanten Spielemarathons unterm Weihnachtsbaum fallen damit aus.

Dabei hatte Nintendo seine Produktion im Sommer schon fast verdoppelt – auf 1,8 Millionen Stück pro Monat. Mehr ist bis auf weiteres nicht möglich. Doch obwohl manche Experten seit Monaten ein Ende des Wii-Hype prophezeien, kann Nintendo die Konsolen kaum so schnell produzieren, wie die Kunden sie aus den Regalen reißen. Allein in der vergangenen Woche verkaufte man 350 000 Stück nur in den USA – vier Mal so viel wie Microsoft von seinem Konkurrenzprodukt XBox 360.

Nintendo ist so erfolgreich, dass die Gesetze der Branche für das Unternehmen nicht mehr zu gelten scheinen – Spielkonsolen sind ein stark saisonal geprägtes Geschäft. Nintendo baute zur Jahreshälfte auch deshalb keine zusätzlichen Kapazitäten auf, weil man damit rechnete, ab August auf Halde produzieren zu können. So rüstet sich die Branche traditionell für den Ansturm zu Weihnachten. Doch weil die Nachfrage nach den Wii-Konsolen einfach nicht abreißt, konnte Nintendo auch keinen Vorrat anlegen. Eine der Folgen: Bei Ebay wird das Gerät für 500 Euro und mehr angeboten – ein Aufschlag von 100 Prozent auf den Originalpreis.

Was die Spieler quält, freut die Aktionäre. Nintendo hat den ewigen Konkurrenten Sony in Sachen Erfolg und Marktkapitalisierung inzwischen weit hinter sich gelassen. Vor einigen Wochen schob sich der Spielehersteller sogar am Elektronikkonzern Canon vorbei auf Platz Zwei der wertvollsten japanischen Unternehmen – gerechnet nach Marktkapitalisierung. Vor Nintendo liegt nun nur noch Toyota.

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