Inside: Nokia
Kopieren, ohne rot zu werden

Der Handy-Hersteller Nokia dringt mit Vehemenz in das Musikgeschäft: Damit reagiert der Branchenprimus auf den Hype um Apple und sein internet-, und musikfähiges Mobiltelefon iPhone. Im Herbst bringt das Unternehmen seinen Nokia Music Store heraus, im kommenden Jahr ein Mobiltelefon, das große Gemeinsamkeiten mit dem iPhone besitzen soll.

STOCKHOLM. Um eine Antwort ist Anssi Vanjokki nie verlegen. „Copy with pride“, sagte der Multimedia-Chef des weltgrößten Handy-Herstellers Nokia jüngst über den Vorstoß des Konzerns in das Musik-Geschäft.

Kopieren, ohne rot zu werden – das ist das, was der Branchenprimus nun praktizieren will. Nach dem Erfolg des Apple-Musik-Download-Dienstes iTunes bringt Nokia im Herbst seinen Nokia Music Store an den Start. Nächstes Jahr präsentiert der Handy-Riese dann ein Mobiltelefon, das eine große Verwandtschaft zum Hype-Objekt dieses Jahres, dem iPhone von Apple, nicht verbergen kann.

Über das neue Internet-Portal Ovi (finnisch: Tür) will Nokia künftig seine Servicedienste bündeln. Ovi soll mit Musik-Downloads, Spielen, Chats und Navigation der Türöffner zu einer neuen Welt werden. Nokia-Chef Oli-Pekka Kallasvuo bezeichnet seinen Konzern bereits als „Internet-Company“ und nicht als Telekommunikationsausrüster.

Das Zusammenschmelzen von Kommunikation, Internet und Fernsehen hat den Kurswechsel notwendig gemacht. Und spätestens, als Apple-Boss Steve Jobs im Januar mit dem iPhone ein internet- und musiktaugliches, durchgestyltes Handy mit kinderleichter Bedienung vorstellte, war klar, dass die traditionellen Telekommunikationsunternehmen reagieren müssten. Nokia tut das auf seine Art: Anleihen an das Handy aus Cupertino sind nicht zu übersehen, doch wichtiger noch: Der finnische Branchenprimus macht auch dem erfolgreichen Musik-Download-Dienst von Apple mit einer eigenen Variante Konkurrenz. Wenn Ovi demnächst mit dem Nokia Music Store an den Start geht, können Handy-Besitzer ihre Musik sogar direkt ins Telefon laden, müssen also nicht den Umweg über den Computer gehen.

So weit, so gut. Der Schritt der Finnen ist logisch und wohl auch richtig. Doch der Konzern schafft sich mit dem Einstieg in das Geschäft mit Inhalten nicht nur neue Freunde. Vor allem die Mobilfunkbetreiber, immerhin wichtige Kunden von Nokia, werden dem Treiben nicht tatenlos zuschauen. Denn Nokia nimmt ihnen eine wichtige Einnahmequelle weg.

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