Inside: Oracle
Starker Endspurt

Optimisten werten die jüngsten Zahlen des Software-Riesen Oracle bereits als Erfolg für Konzernchef Larry Ellison und seine Expansionsstrategie. Pessimisten wollen dagegen noch ein paar Quartale abwarten.

PORTLAND. Safra Catz, die Finanzchefin des US-Softwarehauses Oracle, bemühte in einer Telefonkonferenz anlässlich der jüngsten Ergebnisse jeden greifbaren Superlativ. Die Geschäfte seien „großartig“, „phänomenal“, „weit über den Erwartungen“ gelaufen. Eine Woche vor Veröffentlichung der offiziellen Zahlen für das Geschäftsjahr 2005/06 (31.5.) hatte Oracle ungewöhnlicher Weise noch schnell die eigenen Prognosen nach oben korrigiert. In Zeitungsanzeigen verkündet das Unternehmen in Balkenüberschriften: „Oracle wächst schneller als SAP“.

Die Ergebnisse des abgelaufenen Quartals boten die ersten soliden Zeichen dafür, dass die Strategie des risikofreudigen Konzernchefs Larry Ellison Erfolg haben könnte. Nach dem Rezept, auf einem langsam wachsenden Markt Konkurrenten zu übernehmen und in verwandte Bereiche zu expandieren, steckte Oracle in den vergangenen 18 Monaten fast 20 Mrd. Dollar in die Akquisition von zwei großen (Peoplesoft und Siebel Systems) und mehr als einem Dutzend kleineren Software-Anbietern.

Oracles Hauptziel war dabei, auf der Basis ihrer Marktführerschaft bei Datenbank-Software in den schneller wachsenden Markt der Anwendungsprogramme für die Unternehmenssteuerung zu expandieren. Bei Datenbanken kämpft Oracle vor allem gegen IBM, bei Anwendungen gegen die deutsche SAP. „Wir gewinnen laufend Marktanteile von IBM“, brüstete sich Catz und fügte hinzu, dass Oracle allein im abgelaufenen Quartal in direkter Konkurrenz gegen SAP 266 Aufträge gewonnen hätte. SAP dementierte umgehend: „Im Gegenteil gewinnt SAP weiter Kunden von Oracle.“ Oracles Umsatz stieg im Quartal jedenfalls um ein Viertel auf 4,9 Mrd. Dollar und im Gesamtjahr um 22 Prozent auf 14,4 Mrd. Dollar. Der Reingewinn wuchs im Quartal um 27 Prozent auf 1,3 Mrd. Dollar und im Geschäftsjahr um 17 Prozent auf 3,4 Mrd. Dollar oder 64 Cents pro Aktie.

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