Inside: Pixelpark
Comeback mit Fragezeichen

Einst galt die Berliner Multimedia-Agentur Pixelpark als Shootingstar des Neuen Markts. Mehr als eine Milliarde war die Firma zu Glanzzeiten der New-Economy an der Börse wert. Doch nach einem heftigen Streit mit dem Firmengründer Paulus Neef und millionenschweren Verlusten fielen der Börsenkurs und mit ihm das Unternehmen ins Bodenlose. Heute dümpelt der Wert am Rande des Pennystocks.

HAMBURG. Nun versucht die Gesellschaft einen Neuanfang. Sie will mit dem kleineren Münchener Konkurrenten Elephant Seven fusionieren, nachdem dessen Kauf der Werbeagentur Springer & Jacoby gescheitert ist. Fraglich ist aber, ob die Pixelpark damit einen großen Coup landet. Zwar hat das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr zum ersten Mal seit dem Börsengang 1999 operativ die Gewinnschwelle überschritten. Doch unter dem Strich blieb ein Minus – wie auch bei Elephant Seven.

Die Logik einer Fusion zwischen den beiden Firmen ist klar: Die Kostenseite soll entlastet werden. Überflüssige Stellen in der Verwaltung dürften gestrichen werden. Zudem fällt eine der beiden teuren Börsennotierungen weg. Ob aber die Einsparungen ausreichen, um die Unternehmen auf Kurs zu bringen, steht in den Sternen.

Denn der deutsche Multimedia-Markt mit einem geschätzten Volumen von einer halben Milliarde Euro wächst kaum. Zwar achten die Unternehmen darauf, dass ihre Marken im Internet gut präsentiert werden. Dennoch hält sich die werbetreibende Wirtschaft mit großen Investitionen zurück. Zu tief sitzt bei vielen Firmenlenkern noch der Schock vergangener Tage, in denen sinnlos viele Millionen im Internet versickerten und später durch massive Einsparungen und Stellenstreichungen mühsam wieder aufgefangen werden mussten.

Zudem ist die Konkurrenz auf dem deutschen Multimedia-Markt groß: Viele Unternehmen wie ID-Media, Sinner Schrader sowie Syzygy sind im vergangenen Jahr kräftig gewachsen – darunter der Marktführer T-Systems MMS. Die Dresdener Agentur hat es aber geschafft, sich rasch zu einem Full-Service-Anbieter zu wandeln. Zudem hat sie mit der Deutschen Telekom einen kapitalstarken Mutterkonzern im Rücken. Damit ist es leichter, dem scharfen Preiskampf standzuhalten. Denn um der Konkurrenz Kunden abzujagen, gewähren viele Agenturen erhebliche Rabatte. Die drücken aber massiv auf die Erträge.

Langfristig können sich Pixelpark und Elephant Seven nur am Markt behaupten, wenn sie in neue Geschäftsfelder expandieren – beispielsweise in die klassische Werbung. Doch dieses Feld ist dicht besetzt. Denkbar wäre indessen, dass die beiden Gesellschaften eine Werbeagentur mit einem guten Kundenstamm schlucken. Doch dafür fehlt der finanzielle Spielraum - beide Fusionspartner haben in der Vergangenheit zu wenig Speck angesetzt.

Neue Möglichkeiten könnten sich eröffnen, wenn die bisherigen Pixelpark-Großaktionäre – wie der Medienunternehmer Wolf-Dieter Gramatke, die Kölner Privatbank Sal. Oppenheim oder der Gütersloher Medienriese Bertelsmann – frisches Geld in die neue Gesellschaft pumpten. Damit könnte die Übernahme der traditionsreichen Hamburger Werbeagentur Springer & Jacoby im zweiten Anlauf klappen – und dem einstigen Börsenstar Pixelpark das Comeback gelingen.

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