Inside: Premiere
Fußball ist unser Leben

Das Leben ohne die Bundesliga? Für viele Deutsche wäre dies ein Schrecken ohne Ende. Ählich verhält es sich mit dem Pay-TV-Sender Premiere, seitdem dieser vor zwei Jahren überraschend im Bieterkampf um die Übertragungsrechte der höchsten deutschen Spielklasse unterlag. Für den Kanal heißt es aber nun: Neues Spiel, neues Glück.

DÜSSELDORF. Der Countdown für Premiere läuft. Bereits Ende des Jahres wird die Deutsche Fußball-Liga (DFL) die Fernseh-, Internet- und Handy-TV-Rechte der Bundesliga für die drei Spielzeiten ab 2009 ausschreiben. Dann beginnt für Premiere-Chef Georg Kofler ein neues, gefährliches Pokerspiel.

Auch wenn die 36 Profi-Clubs den genauen Zeitpunkt für die Zockerrunde nicht festgelegt haben, eines steht schon jetzt fest: Die Spieler werden bei dieser Pokerrunde nochmals ihre Einsätze erhöhen müssen. Das ist bitter für Interessenten, allen voran Premiere. Denn der Bezahlsender kann sich eine keine zweite Niederlage beim Bieterwettbewerb um den wertvollsten Inhalt des deutschen Fernsehens erlauben.

Zur Erinnerung: Weihnachten 2005 setzte Premiere-Chef Kofler im Poker um die Live-Fernsehrechte der Fußball-Bundesliga alles auf eine Karte und verlor am Ende völlig überraschend gegen den Kölner Kabelkonzern Unity Media. Kofler verspielte damals den mit Abstand wichtigsten Abonnentenbringer und 40 Prozent des Börsenwertes seines Unternehmens. Für ihn persönlich betrug damals das Minus 120 Mill. Euro.

Den Papierverlust hat der damalige Großaktionär Kofler schnell wettgemacht und seinen Einsatz längst vergoldet. Über den inhaltlichen Verlust der wertvollsten TV-Ware im deutschen Fernsehgeschäft kam Premiere trotz aller strategischen Klimmzüge aber nicht hinweg. Welche Zugkraft die Bundesliga besitzt, zeigt der Bezahlsender Arena. Der neue Pay-TV-Kanal holte 1,1 Millionen Abonnenten – im ersten Jahr seines Bestehens. Das sind viel zu wenig Kunden, damit der Sender in den nächsten Jahren schwarze Zahlen schreiben könnte, aber ein Teil dieser Kunden fehlt eben Premiere.

Der Bezahlsender ist ohne Bundesliga wie ein Auto ohne Räder. Die Geschäfte kommen nicht richtig in Fahrt. Im vergangenen Quartal sanken die Erlöse um knapp 18 Prozent auf nur noch 224 Mill. Euro. Der Gewinn belief sich auf bescheidene 4,5 Mill. Euro.

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