Inside: Pro Sieben Sat 1
Sabans zweite Runde

Hollywood-Milliardär Haim Saban kann sich die Hände reiben. Der Bieterwettbewerb um seinen Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1 läuft auf Hochtouren. Derzeit blicken die potenziellen Käufer in die Bücher der größten privaten Sendergruppe. An Interessenten fehlt es nicht. Doch lohnt sich ein Kauf überhaupt?

DÜSSELDORF. An der Endrunde nehmen Kohlberg, Kravis, Roberts (KKR) und Permira, Apax mit Goldman Sachs, Cinven sowie die türkische Dogan-Yayin-Gruppe teil, an der sich gerade der Printkonzern und Pro-Sieben-Sat-1-Gesellschafter Axel Springer beteiligt hat.

Der amerikanisch-israelische Investor aus Beverly Hills kommt mit dem Verkauf des Fernsehkonzerns im fernen Unterföhring bei München gut voran. Dabei werden Saban und seine Finanzinvestoren ein Vielfaches ihres Einsatzes zurück holen. Die Gruppe hatte die Senderkette im August 2003 für ganze 525 Millionen Euro gekauft. Die Pleite des Medienmoguls Leo Kirch ein Jahr zuvor hatte sie zum Schnäppchen gemacht. Eine deutsche Lösung war gescheitert, nachdem der Hamburger Verleger Heinz Bauer einen Rückzieher gemacht hatte.

Saban hatte unter seiner Führung höchst unterschiedliche Finanzinvestoren wie Hellman & Friedman, Thomas H. Lee, Putnam, Bain, Providence, Quadrangle und Alpine vereinigt. Sie halten zusammen 50,5 Prozent am Gesamtkapital der Senderkette. Eigentlich wollte Springer die Sendergruppe übernehmen. Der „Bild“-Konzern war bereit, die Rekordsumme von 2,45 Milliarden Euro für die Übernahme zu zahlen.

Das Kartellamt und die Medienkommission machten Springer-Chef Mathias Döpfner einen Strich durch die Rechnung. Der gab am Ende freiwillig auf. Daraufhin machte Großaktionär und Aufsichtsratschef Saban bereits indirekt Kasse. Im Juni setzte der amerikanisch-israelische Unternehmer die beinahe vollständige Ausschüttung des Konzerngewinns von 2005 an die Aktionäre durch und verpfändete gleichzeitig seine Aktien für einen Kredit.

Ob Sabans zweite Pro-Sieben-Sat1-Auktion noch in diesem Jahr zum Abschluss gebracht wird, steht unterdessen in den Sternen. Nur so viel scheint sicher: Pro Sieben Sat 1 wechselt in absehbarer Zeit den Besitzer. Doch wie können die neuen Mehrheitsgesellschafter von Pro Sieben Sat 1 in den nächsten Jahren ein Geschäft machen?

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