Inside: ST Microelectronics
Gute Zahlen sind Pflicht

Die Chiphersteller holen die Speicher aus dem Keller: Das konjunkturanfällige, häufig verlustreiche Geschäft mit Speichern lagern Firmen wie Infineon oder nun ST Microelectronics verstärkt Joint-Ventures aus. Das entlastet nicht nur das Budget, das verspricht im besten Fall auch noch Gewinne abzuwerfen.

MÜNCHEN. Die Chipindustrie lebt davon, dass sie sich mit einem rasanten Tempo entwickelt. Spätestens alle zwei Jahre kommt eine neue Halbleitergeneration, die doppelt so leistungsfähig ist wie der Vorgänger. Die Branche beschränkt sich nicht mehr nur darauf, ihre Produkte zu verbessern. Mindestens ebenso schnell wandeln sich inzwischen die Unternehmen selbst.

Jüngstes Beispiel ist ST Microelectronics (ST), Europas größter Chiphersteller. Der französisch-italienische Konzern hat gerade erst beschlossen, sein verlustreiches Geschäft mit Speicherchips in ein Joint-Venture mit dem US-Wettbewerber Intel einzubringen. Damit verliert ST zwar rund 15 Prozent vom Umsatz. Allerdings soll das Unternehmen so auch wesentlich leistungsfähiger und profitabler werden.

ST ist nicht der einzige große Chiphersteller, der diesen Weg geht. Vor einem Jahr hat bereits der Münchener Halbleiterproduzent Infineon sein Speichergeschäft auf eigene Beine gestellt, auch AMD aus den USA hat die Trennung schon vollzogen. Die Gründe dafür waren jedes Mal dieselben: Der Speichermarkt ist konjunkturanfällig, die neuen Werke sind teuer, kurzum, die Sache ist den Chefs zu risikoreich.

Ob ST mit der Trennung richtig liegt, muss sich allerdings erst zeigen. Bei Infineon und AMD zumindest steht der Beweis noch aus, dass sich der Schritt tatsächlich gelohnt hat. Denn diese beiden Chiphersteller haben auch in ihrem verbliebenen Geschäft Schwierigkeiten. Deshalb stehen sie bis jetzt nicht wesentlich besser da als vor der Abspaltung. Die Firmen sind zwar schlanker, aber noch lange nicht so profitabel wie versprochen.

Bei ST sind die Chancen allerdings größer, dass sich die Trennung schnell auszahlt. Denn die Margen in dem Geschäft, das im Konzern bleibt, sind schon heute fast doppelt so hoch wie im Speicherbereich. Dazu kommt, dass sich die Zukunftschancen verbessern. Denn statt in Speicher zu investieren, kann ST das Geld jetzt in sein lukrativeres Geschäft mit Chips für Handys, Unterhaltungsgeräte und Autos stecken.

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