Inside: Yahoo: Chinesische Firewall

Inside: Yahoo
Chinesische Firewall

Yahoo sucht einen netten Mitarbeiter, der die unmögliche Aufgabe übernimmt, den angeschlagegen Ruf des Unternehmens als Internetgigant von nebenan wieder aufzupolieren.

HB DÜSSELDORF. Im Januar in Las Vegas hatte Yahoo-Chef Terry Semel noch prominente Unterstützung: Hollywoods Super-Sunnyboy Tom Cruise zeigte als Gaststar während Semels Rede auf der Elektronikmesse CES exklusiv den Trailer seines neuen Blockbusters „Mission: Impossible III“.

Heute sucht Semel verzweifelt nach einem eigenen Tom Cruise in seiner Firma – jemand, der die unmögliche Aufgabe übernimmt, Yahoos angeschlagenen Ruf als der nette Internetgigant von nebenan wieder aufzupolieren. Denn mitten in einer wichtigen Übergangsphase belastet die Verstrickung in die Verhaftung chinesischer Regimekritiker das US-Unternehmen. Yahoo habe dabei aktiv geholfen, klagen erzürnte Menschenrechtler. Das Unternehmen hatte persönliche Daten seiner Kunden an die chinesische Regierung gegeben, die sie damit enttarnen konnte.

Hatten sich die Fronten nach Bekanntwerden eine ersten Falls noch einmal beruhigt, kochen die Emotionen jetzt über. Mitte Februar wurde ein neuer Fall bekannt, und selbst das US-Repräsentantenhaus fordert Rechenschaft. Vor allem Yahoo, aber auch Google, Microsoft und Cisco wird vorgeworfen, für schnöden Mammon persönliche Daten auszuliefern oder – im Falle von Google – Informationen zu zensieren. Im Gegenzug, so die Vorwürfe, dürfen die Firmen ungestört hinter der chinesischen „Great Firewall“ ihren Geschäften nachgehen.

Warum trifft es gerade Yahoo so hart? Mit dem in Las Vegas vorgestellten „Yahoo Go“ will der Portalbetreiber zum Überflieger Google aufschließen und neue Dynamik in das Gewinnwachstum bringen. Die jüngsten Quartalszahlen hatten die Börse schwer enttäuscht. Yahoo Go bringt Dienste wie lokale Suche, E-Mail, Adress-Datenbank, Fotoarchiv und das Chat-Programm „Messenger“ auf Handys und Fernsehgeräte. Immer griffbereit und überall verfügbar. Der Preis, den die Kunden dafür zahlen sollen: Alle Daten werden zentral bei Yahoo gespeichert, damit sie immer an die jeweiligen Geräte verschickt werden können. Ein Gedanke, der immer weniger Menschen behagt.

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