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Finanzfirmen und US-Sender bieten für ProSieben-Sparte

Laut Insiderberichten sind Finanzfirmen und ein US-Fernsehsender an der skandinavischen Sparte von ProSieben Sat.1 interessiert. Die Bieter könnten mehr als eine Milliarde Euro auf den Tisch legen, heißt es.
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Frankfurt/StockholmDer milliardenschwere Verkauf der skandinavischen TV-Sender von ProSieben Sat.1 kommt in Fahrt. Die Finanzinvestoren BC Partners, Providence und EQT sowie der US-PayTV-Anbieter Discovery Communications arbeiteten an einer Offerte für die zum Verkauf stehenden ProSieben-Fernsehsender in Skandinavien, sagten zwei mit den Vorbereitungen vertraute Personen am Mittwoch zu Reuters. Die Bieter könnten zwischen 1,2 Milliarden Euro und 1,4 Milliarden Euro auf den Tisch legen. Frist für die Abgabe der unverbindlichen Angebote sei Ende des Monats.

ProSieben stehe nicht unter Verkaufsdruck, sagte ein Konzerninsider. Falls die Offerten zu niedrig ausfallen sollten, behalte das Unternehmen die Sparte. Ein ProSieben-Sprecher sagte, es gebe mehrere Interessenten für die TV-Stationen. "Es liegen noch keine indikativen Angebote vor, weshalb wir auch nichts Konkretes sagen können." Die anderen Unternehmen wollten sich nicht äußern.

ProSieben wollte die Sender in Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland, die 2011 zusammen knapp 480 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften, eigentlich schon im Frühjahr 2011 verkaufen. Allerdings wurde der Deal in letzter Minute abgeblasen. Damals schon interessiert war Discovery. Der Betreiber des Doku-Senders "Discovery Channel" lasse nicht locker und habe den Verkaufsprozess erst durch seine Anfrage angestoßen, sagte der ProSieben-Insider. Die Amerikaner gelten deshalb als aussichtsreicher Kandidat.

Ganz genau prüfe auch BC Partners ein Gebot, sagte eine Person aus dem Umfeld der Firma. Der Finanzinvestor betreibt in Schweden bereits den Kabelanbieter Comhem - durch eine Zusammenlegung dieses Geschäfts mit den ProSieben-Sendern könnten die Kosten gedrückt werden, sagte der Insider. Das liegt an einer Besonderheit des dortigen Fernsehsystems: Skandinavische TV-Stationen kassieren von Kabelnetzbetreibern Gebühren für ihre Programme ein. Die Überweisungen könnte Comhem sich sparen, falls Besitzer BC Partners den Zuschlag bekommt.

Der Münchner ProSieben-Konzern, der den beiden Private-Equity-Firmen KKR und Permira gehört, hatte Ende August mitgeteilt, Interessenbekundungen für seine nordeuropäischen Fernsehtöchter erhalten zu haben. Was ProSieben im Fall eines Verkaufs mit den Erlösen anfange, sei noch nicht klar, sagte der Konzernkenner. Nicht mehr im Fokus stehe der Abbau der Schulden. Die waren bereits vor gut einem Jahr durch die Einnahmen aus dem Verkauf der Benelux-Sender um rund eine Milliarden Euro gesunken. Ende Juni stand die Sendergruppe mit zwei Milliarden Euro in der Kreide.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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