Insider-Information
Yahoo verhandelt über Alibaba-Anteilsverkauf

Ungeachtet der Turbulenzen um Konzernchef Scott Thompson steht Yahoo wohl kurz vor dem Verkauf einer Milliarden-Beteiligung. Insider berichten, Yahoo könnte binnen Wochen aus der chinesischen Alibaba Group aussteigen.
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San FranciscoDer angezählte Internetpionier Yahoo will sich offenbar in Kürze von einem Teil seiner milliardenschweren Beteiligung an der Alibaba Group trennen. Der Verkauf von 15 bis 20 Prozent des Anteils könne in wenigen Wochen unter Dach und Fach gebracht werden, sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person am Freitag. Es gebe allerdings keine Garantie, dass das Aktienpaket tatsächlich veräußert werde.

Yahoo und die chinesische Alibaba Group, an der die Amerikaner seit 2005 40 Prozent halten, sind seit Jahren in Verhandlungen über einen Ausstieg des US-Konzerns. Erst im Februar waren Gespräche über ein steuerfreies 17 Milliarden Dollar schweres Tauschgeschäft geplatzt. Die nun diskutierte Vereinbarung sei nicht so kompliziert, sagte die damit vertraute Person. Allerdings könnten die jüngsten Rücktrittsforderungen an Yahoo-Chef Scott Thompson die Gespräche erschweren.

Großaktionär Third Point stellte dem angeschlagenen Internetkonzern ein Ultimatum: Bis Montag müsse Thompson seinen Schreibtisch räumen, weil er sich mit einem falschen Uni-Abschluss geschmückt habe. Fondsmanager Dan Loeb verlangte vom Verwaltungsrat des Internet-Konzerns am Freitag, sich bis Montagmittag von Thompson zu trennen und Auskunft über den Auswahlprozess bei der Berufung des heutigen Chefs zu geben.

Loeb nutzt den „Fehler“ im Machtkampf mit Thompson um die Besetzung mehrerer Sitze im Verwaltungsrat, in den er selbst gerne einziehen möchte. Vor allem will Loeb wissen, ob Mitglieder des Aufsichtsgremiums von dem falschen Titel wussten. Ansonsten werde seine Investmentfirma Third Point weitere Schritte in Erwägung ziehen.

Der Internet-Konzern hatte am Donnerstag zugegeben, dass Thompson entgegen bisherigen Angaben keinen Bachelor-Titel in Computerwissenschaften hat. Die falsche Information sei ein „unbeabsichtigter Fehler“ gewesen, hieß es zunächst. Zugleich hieß es aber, der Verwaltungsrat werde sich mit dem Thema befassen.

Alibaba und Yahoo wollten zum Verkauf keine Stellung nehmen. Früheren Bewertungen zufolge ist Alibaba 32 Milliarden Dollar wert. Durch den Verkauf könnte Yahoo zwischen 4,8 und 8,0 Milliarden Dollar einnehmen. Dadurch wäre es dem Unternehmen möglich, befreiter nach einem nachhaltigen Zukunftskonzept zu suchen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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