Insiderbericht
Verkauf von T-Mobile US verzögert sich

Die Telekom will seine Tochter T-Mobile US an den Konkurrenten Sprint verkaufen. Die Verhandlungen könnten allerdings noch mehrere Wochen andauern, berichten Insider. Dem Kauf steht ein großer Unsicherheitsfaktor im Weg.
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FrankfurtDie Verhandlungen über einen milliardenschweren Verkauf der Telekom-Tochter T-Mobile US an den amerikanischen Mobilfunkanbieter Sprint ziehen sich hin. Der Deal werde wohl nicht vor August besiegelt werden können, sagte eine mit den Planungen vertraute Person am Mittwoch. „In den nächsten zwei bis drei Wochen wird nicht viel passieren.“ Bisher war eine Einigung bis Ende Juli anvisiert worden.

Der drittgrößte US-Mobilfunkanbieter Sprint - hinter dem der japanische Milliardär Masayoshi Son steht - verhandelt seit Monaten mit der Deutschen Telekom über einen Kauf der Nummer vier in den USA. Insidern zufolge bewertet das Angebot T-Mobile US mit insgesamt 32 Milliarden Dollar. Der Bonner Konzern hält rund zwei Drittel an der in den USA börsennotierten Tochter. Ein Telekom-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern.

Der große Unsicherheitsfaktor bei der geplanten Übernahme sind die US-Kartellwächter. Sie haben bereits durchblicken lassen, dass sie ein Zusammengehen skeptisch sehen, da sie steigende Mobilfunkpreise befürchten. Nach Ansicht von Experten dürften die Behörden den Fall zwölf bis 18 Monate unter die Lupe nehmen und erst dann darüber entscheiden.

Da bereits nächstes Jahr in Amerika eine der seltenen Versteigerungen von neuen Mobilfunkfrequenzen ansteht, könnten Sprint und T-Mobile bereits vor dem Kartell-Urteil zusammenarbeiten, sagte die informierte Person. Möglich sei ein Joint Venture, um an der wichtigen Auktion teilzunehmen. „Die Telekom wird die Option prüfen“, betonte der Insider.

Das „Wall Street Journal“ hatte zuvor über den anvisierten Schulterschluss zwischen den Mobilfunkkonzernen für die Versteigerung berichtet. Dem Blatt zufolge wollen Sprint und T-Mobile US zusammen etwa zehn Milliarden Dollar aufbringen. Die Funkfrequenzen sind Basis des Mobilfunks, knapp und dementsprechend begehrt. Durch die Verbreitung von Smartphones ist der Bedarf an Spektrum nochmals gestiegen.

Auf der Versteigerung in den USA geht es unter anderem um Frequenzen, die zuvor für Fernsehübertragungen genutzt worden waren. Die benötigen Sprint und T-Mobile US, um den nach Kunden doppelt so großen Anbietern AT&T und Verizon Wireless besser Konkurrenz machen zu können. Die beiden Marktführer schöpfen zusammen 90 Prozent der Branchen-Gewinne in den Vereinigten Staaten ab.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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