Insolvente Verlagsgruppe: Betriebsrat will Weltbild komplett erhalten

Insolvente Verlagsgruppe
Betriebsrat will Weltbild komplett erhalten

Die insolvente Weltbild-Verlagsgruppe soll künftig als werteorientierter Konzern positioniert werden. Der Vertrieb von Büchern über Internet, Filialen und Kataloge sei weiter attraktiv – gerade wegen der US-Konkurrenz.
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AugsburgDer Betriebsrat der insolventen Verlagsgruppe Weltbild will das Unternehmen als einen „werteorientierten Multichannel-Buchhändler“ erhalten. Dieses Konzept stellte die Arbeitnehmervertretung am Freitag gemeinsam mit der Gewerkschaft Verdi am Weltbild-Sitz in Augsburg vor.

Der gleichzeitige Vertrieb über Internet, Katalog und Filialen sei maßgeschneidert für die Vielfalt des deutschen Buchhandels, sagte der vom Betriebsrat engagierte Sachverständige Klaus Warbruck. Angesichts eines übermächtigen Online-Giganten verlangten Verbraucher und Verlagsbranche gleichermaßen nach einem starken Gegenspieler, meinte er in Anspielung auf Amazon. „Kombiniert mit einer werteorientierten Sortimentspolitik liegt hier ein Konzept vor, das gerade für einen christlichen Eigentümer interessant sein müsste.“

Weltbild-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hatte am Donnerstag angekündigt, dass er das der katholischen Kirche gehörende Unternehmen möglichst komplett in der Konzernstruktur erhalten will. Mehrere Interessenten hätten sich bereits gemeldet, sagte er.

Auf eine Gesamtlösung setzt auch der Betriebsrat, der erneut eine Stiftung als Zukunftskonzept ins Gespräch brachte. Die Gründung einer Weltbild-Stiftung war in den Jahren vor der Insolvenz aber ebenso wie ein Verkauf gescheitert, da sich die Bischöfe nicht einigen konnten. Die Kirche wollte sich von Weltbild trennen, seit bekannt wurde, dass auch esoterische und erotische Titel im Angebot waren.

Die Weltbild-Belegschaft und die Gewerkschaft zeigen sich auch offen für einen weltlichen Investor. Zudem kritisierten sie, dass die Kirche nach langen Diskussionen über die Sanierung den Geldhahn für Weltbild zugedreht und damit die Insolvenz verursacht habe. „Diese Menschen verstehen nicht, warum ihnen die katholischen Eigentümer auf der Zielgeraden ein Bein stellen“, beschrieb Verdi-Sekretär Thomas Gürlebeck die Stimmung der Belegschaft.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Auf der Webseite www.weltbild.de wird immer noch nicht mitgeteilt, dass Weltbild insolvent ist. Bei jeder Bestellung kann Weltbild bei Vorkasse das Geld einbehalten ohne zu liefern. Ich finde diese Verfahrensweise gegenüber den Kunden unerträglich.

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