Insolvenz
Anklage im Betrugsfall um Unister-Chef steht bevor

Geldnot, Betrug und ein Flugzeugabsturz mit einem Geldkoffer: Die Umstände des Todes von Unister-Chef Wagner werfen zahlreiche Fragen auf. Vor Gericht könnte der Fall bald aufgearbeitet werden, eine Anklage steht bevor.
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DresdenIm ominösen Betrugsfall um den tödlich verunglückten Chef des Leipziger Internetkonzerns Unister, Thomas Wagner, soll in Kürze eine Anklage erhoben werden. Die Vorbereitungen dazu befänden sich in einem „fortgeschrittenen Stadium“, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Dresden, Wolfgang Klein, der Deutschen Presse-Agentur. Bei dem Beschuldigten handelt es sich um einen Kreditvermittler aus Nordrhein-Westfalen. Ihm wird Beihilfe zum Betrug in einem besonders schweren Fall vorgeworfen. Er sitzt seit Ende Juli in Untersuchungshaft.

Unister-Gründer Wagner soll kurz vor seinem Tod Mitte Juli bei einem sogenannten Rip-Deal in Venedig um mehr als eine Million Euro betrogen worden sein. Der Beschuldigte soll den Kontakt zu dem mutmaßlichen Betrüger – angeblich ein israelischer Diamantenhändler – vermittelt haben. Einen Tag nach dem Deal war Wagner auf dem Rückflug bei einem Flugzeugabsturz in Slowenien ums Leben gekommen.

Wagner hatte nach Medienberichten zur Rettung seines in Schieflage geratenen Konzerns in Venedig ein Kreditgeschäft über 10 Millionen Euro abwickeln wollen. Zur Absicherung soll er 1,5 Millionen Euro in bar übergeben und im Gegenzug einen Koffer mit Schweizer Franken erhalten haben, von denen allerdings nur die oberste Lage echt gewesen sein soll.

Noch vor dem Abflug aus Venedig hatte Wagner Anzeige bei der italienischen Polizei erstattet. Am Absturzort wurden 10.000 Schweizer Franken gefunden. Kurz nach dem Tod des Firmengründers hatte die Unister Holding Insolvenz angemeldet.

Bei ihren Ermittlungen arbeitet die Generalstaatsanwaltschaft Dresden mit den italienischen und den slowenischen Behörden zusammen. Die Anklage gegen den Mann aus Nordrhein-Westfalen, der zwei Wochen nach dem Absturz festgenommen worden war, werde gesondert behandelt, sagte Oberstaatsanwalt Klein. Dies sei schon aufgrund der langen Dauer der Untersuchungshaft geboten. Unabhängig davon liefen die Ermittlungen gegen die anderen Verdächtigen weiter. Um wen es sich bei dem angeblichen Diamantenhändler handelt, sei noch immer ungeklärt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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